Was ich in einem Jahr Nebenjob gelernt habe

Sommer
Dankbar blicke ich auf den Sommer und die letzten Monate zurück und freue mich auf einen schönen Herbst

 

Begonnen hat es mit einer spontanen Bewerbung –  12 Monate und 24 Artikel später ist mein erstes Jahr mit Nebenjob auch schon wieder vorüber. Nicht nur, dass ich Wien in diesem Jahr sehr gut kennengelernt habe, ich habe gemerkt worauf es wirklich ankommt um Durchzuhalten.

Nebenjob – Belastung und Vergnügen

Vor ein paar Monaten habe ich euch bereits vier Fakten präsentiert, die mich in den ersten neun Monaten meines Nebenjobs etwas beschäftigt haben. Daran, dass ich den Job aber immer noch mache – und das sehr gerne – erkennt man, dass man mit vielem lernt umzugehen. Wichtig ist, dass man den Job grundsätzlich gerne macht. Wenn das der Fall ist, wird man immer Wege finden um alles unter einen Hut zu bringen. Den Großteil der Zeit sollte der Nebenjob aber auf jeden Fall Vergnügen bereiten und keine Belastung darstellen.

Was ich aus dem ersten Jahr mitnehmen kann? Sehr viel! Vielleicht überlegt der ein oder andere ebenfalls gerade, ob ein Nebenjob eine passende Möglichkeit wäre um etwas Abwechslung in sein Leben zu bringen und seine Leidenschaft auszuleben. Ich hoffe, ich kann mit meinem Artikel dazu beitragen, die Entscheidung zu erleichtern.

Meine Erkenntnisse aus 12 Monaten mit zwei Jobs

Ich schreibe gerne

„Wusste sie ja eh schon“ werdet ihr euch jetzt denken. Ja, schon – aber in den vergangenen Monaten gab es immer wieder Phasen, in denen ich lieber zum Sport gegangen wäre anstatt zu schreiben. In denen ich lieber geschlafen hätte anstatt zu schreiben. In denen ich lieber gelesen hätte anstatt zu schreiben. Wenn man aber Fristen einhalten muss – und diese bringt ein Job oft mit sich – muss man sich manchmal das, was man lieber machen würde, verbieten und seine Pflicht erfüllen. Und soll ich euch was sagen? Sobald ich angefangen habe zu schreiben, hab ich es gern gemacht. Jedes Mal! Genau das hat mir gezeigt, dass ich das Richtige mache!

Arbeiten macht Spaß

Ja, ich habe auch an meinem normalen Job oft Freude. Gerade erst konnte ich etwas umsetzen, das ich zum Großteil selbst erarbeitet habe. Nach Monaten der Recherche und Wochen der Vorbereitung bin ich mit dem Ergebnis im ersten Moment sehr zufrieden. Und auch davor konnten bereits Dinge umgesetzt werden, bei denen ich sehr aktiv mitwirken und meine Ideen einbringen konnte.

Beim Nebenjob ist es nochmal ein bisschen anders. Auch wenn der Artikel am Ende gefallen und abgenommen werden muss – beim Schreiben entscheide ich vorerst ganz alleine, was ich in den Text aufnehme und was nicht. Ich lege fest, wie die Gliederung ist, Sätze formuliert werden und vor allem welche Fotos rein kommen. Vor allem die Fotos sind ein spannendes Thema. So oft wie möglich versuche ich, eigene Bilder zu verwenden. Je nach Thema bedeutet das, dass ich entweder alleine eine Fototour mache, zu zweit unterwegs bin oder meine Freunde schnappe und einen Ausflug mache. Bei welchem Job, kann man schon aktiv seine Freunde einbinden?

Ich kann zufrieden sein

Alle drei Monate verbringe ich ca eine Woche damit, mir Themen für die nächsten drei Monate zu überlegen. In dieser Zeit blättere ich aufmerksam durch Zeitungen und Zeitschriften und durchforste das Internet auf der Suche nach Ideen. Wenn ich am Ende 10 Themenvorschläge habe, von denen letztlich sechs ausgewählt werden, freue ich mich und bin zufrieden mit meinen Ideen.

Auch wenn ich einen Artikel abgebe bin ich zufrieden damit. Ich bin grundsätzlich sehr selbstkritisch – wenn ich einen Artikel abgebe, bin ich aber zufrieden damit. Natürlich nicht auf Anhieb, aber nach mehrmaligem Überarbeiten am Ende immer. Es ist schön, wenn man seine Arbeit selbst zu schätzen weiß.

Ich habe Erfahrungen gesammelt

Dass vor einem Besuch vor Ort Recherche nötig ist, ist klar. Oft ist es aber auch sinnvoll, bereits etwas intensiver zu recherchieren und sich auch einige Gedanken zum Artikelinhalt zu machen. Ja – es ist mir bereits passiert, dass ich nach dem Besuch vor Ort beim Schreiben festgestellt habe, dass es ein paar Dinge gibt, von denen ich gerne noch Fotos in den Artikel aufgenommen hätte. Aus Erfahrungen lernt man!

Vorausplanen vermindert Stresssituationen

Wer Hobbies, Partnerschaft, Freundschaft, Familie, zwei Jobs und Zeit für sich selbst unter einen Hut bringen möchte, der muss vorausplanen. Bei mir wird mindestens eine Woche im Voraus geplant, manchmal auch zwei. Dabei werden nicht alle Faktoren berücksichtigt, aber ich plane die Sporteinheiten, wann ich zur Artikel-Recherche unterwegs bin, wo ich die Wochenenden verbringe und welchen Nachmittag ich mir zum Schreiben freihalte. So vermeide ich viele Stresssituationen und kann deutlich entspannter in die Woche starten.

Ein Nebenjob ist eine Möglichkeit sich auszuleben

Wer mir länger folgt weiß, dass ich schnell unzufrieden bin. Die Momente, in den ich unzufrieden mit dem bin, was ich aus meinem Leben mache, gibt es immer noch. Aber durch den Nebenjob habe ich das Gefühl, dass ich bereits etwas Sinnvolles nebenbei mache. Ich kann mir also in unzufriedenen Momenten sagen, dass ich nicht untätig bin und keinen Grund habe unzufrieden zu sein. Hilft nicht immer, aber manchmal.

Es gibt Alternativen

Ja, manchmal würde ich lieber lesen anstatt zu schreiben. Ist aber zeitlich nicht immer drin. Vor einigen Wochen habe ich Hörbücher für mich entdeckt. Wer gerade skeptisch eine Augenbraue hochzieht sollte es einfach mal versuchen. Absolute Hörbuch-Einsteigerempfehlung: Ich bin dann mal weg – Hape Kerkeling! Hape spricht das Hörbuch selbst und es macht einfach Freude ihm dabei zuzuhören, wie er charmant und witzig von der Begehung des Jakobsweges berichtet. Aktuell bin ich bei Hörbuch Nummer drei. Nach Hape folgt mittlerweile der zweite Ratgeber – etwas Persönlichkeitsbildung hat noch keinem geschadet. Danach möchte ich versuchen mich mittels Hörbuch im Bereich Marketing und Texten etwas weiterzubilden.

Wann ich Zeit habe dafür? Am Weg in die Arbeit, in der U-Bahn und vor allem im Auto. An Wochenenden, an denen ich meine Familie besuche, verbringe ich inklusive Rückweg nach Wien etwa 3,5 Stunden im Auto. Das ist fast ein halbes Hörbuch.

Und auch beim Sport müssen es nicht immer 2 Stunden im Fitnessstudio sein – was mit Umziehen, Duschen etc dann insgesamt sowieso mindestens 2,5 Stunden sind. Meine verschiedenen Sporteinheiten dauern aktuell meist eine Stunde – mit Hin- und Rückfahrt per Fahrrad bin ich in Summe nicht ganz zwei Stunden unterwegs. Alle zwei Wochen geht’s zur Abwechslung zum EMS-Training. Hier wird die Muskulatur während den Übungen zusätzlich mit Stromimpulsen aktiviert – das Training nimmt sogar nur 20 Minuten in Anspruch (man schwitzt aber, als hätte man 2 Stunden Cardio-Training hinter sich).

Mein Fazit

Ich bin froh, dass ich vor einem Jahr spontan gehandelt und den Nebenjob erhalten habe. Ich habe in den letzten 12 Monaten im Rahmen meiner Recherche viele schöne Dinge erlebt, mich weiterentwickelt, Zeit mit tollen Menschen verbracht und eine meiner Leidenschaften – das Schreiben – zum (Neben-)Beruf gemacht. Es überwiegen eindeutig die positiven Aspekte 🙂

Und was tut sich sonst noch?

Und sonst? Es gibt ein weiteres Jubiläum zu feiern: ich gehe seit einem Jahr regelmäßig laufen. Heute Nachmittag habe ich in etwas über einer Stunde 11 Kilometer zurückgelegt. Ich habe in den letzten Monaten mein Tempo deutlich verbessert und laufe jetzt im Schnitt den Kilometer um mehr als eine Minute schneller als noch vor einem Jahr. Wobei es für mich wichtiger ist, dass ich mindestens eine Stunde am Stück laufen kann. Das Tempo ist eher eine positive Nebenerscheinung.

In den letzten Wochen hatte ich endlich wieder mal etwas Zeit zum Nähen. Es wurden Kirschkernkissen für meine Neffen, an die sie sich im Herbst und Winter nach einem Spaziergang an der kühlen Luft kuscheln können. Und auch das größere Bastel-Projekt, von dem ich am Ende meines letzten Beitrages bereits berichtet habe, habe ich umgesetzt. Dazu gibt’s in den nächsten Monaten einen Bericht.

Unter nebenbei aufgeschnappt gibt’s mittlerweile vier Beiträge – jeweils zwei zum Thema Sprechen und Schreiben. Wer Lust hat kann gerne vorbeischauen. Vielleicht ist ja was dabei, das du noch nicht wusstest.

Und sonst noch? Nach einem schönen Sommer und vier wunderbaren, actionreichen Urlaubstagen Mitte August freue ich mich auf den Herbst – und denke über neue Projekte nach. Das ganz normale Leben halt. 🙂

„Der Herbst ist immer unsere beste Zeit“ ~ Johann Wolfgang von Goethe

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