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Subjekt – Prädikat – Objekt, Oida!

So scherzhaft wird der Satzbau in Wien oft beschrieben. Wenn ich in der U-Bahn fahre traue ich manchmal meinen Ohren nicht. Da bekommt man Dinge zu hören, die jenseits von Gut und Böse sind. Und nein – es liegt definitiv nicht am „Oida“. Ich vermisse Artikel, staune über neuartige Möglichkeiten des Satzbaus und grundsätzlich über die Ausdrucksweise mancher Personen.

Ähnlich geht es mir, wenn ich – für mich offensichtliche – Grammatik- und Tippfehler auf Visitenkarten, Foldern/Flyer oder in Artikeln und Berichten lese. Solche Worte springen mich förmlich an und möchten von mir richtiggestellt werden. Manches Mal lasse ich mich dazu hinreißen und kontaktiere die Personen um sie auf den Fehler aufmerksam zu machen. Ich möchte nicht oberlehrermäßig rüberkommen, aber ich hoffe, dass ein kleiner Lerneffekt entsteht und die Worte beim nächsten Mal richtig geschrieben werden.

Aber es gibt auch erfreuliche sprachliche Momente im Alltag! Das sind vor allem jene, wenn ich Worte höre, die nur (mehr) sehr selten benutzt werden. Ich finde es schade, dass manche Wörter – unter anderem aus dem Dialekt – verloren gehen bzw nur selten (vor allem) ausgesprochen werden. Vielleicht kann ich das ein oder andere Wort wieder in Erinnerung rufen. Zwischen all den artikellosen Unterhaltungen mit falschem Satzbau freue ich mich aufrichtig, wenn in der Straßenbahn hinter mir jemand über etwas berichtet, das „unlängst“ stattgefunden hat, sich darüber beschwert, dass etwas „olle bot“ kaputt wird oder davon erzählt, wie er „oaschlings“ eingeparkt hat.

Die Kategorie „Nebenbei aufgeschnappt“ möchte ich all diesen Themen widmen. Mit Beispielen und Eselsbrücken versuche ich auf die korrekte Verwendung von Wörtern hinzuweisen, gebe aussterbenden/lustigen/kuriosen Worten Raum und thematisiere den ein oder anderen grammatikalischen Fauxpas. Input dafür liefert mir der Alltag 🙂

Ich bin kein Pädagoge und habe auch nicht studiert – mir liegt lediglich die Sprache und das geschriebene Wort sehr am Herzen. Daher hoffe ich, zumindest einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können, dass der ein oder andere in Zukunft nicht mehr stundenlang darüber nachdenken muss, ob „das“ oder „dass“ nun richtigerweise zu verwenden ist – diese Hürde kann ganz leicht mit Hilfe des Dialekts bewältigt werden. Wusstest du nicht? Ich werde dir demnächst erklären wie’s geht 🙂