Spontane Ideen – und wie nichts daraus wird


Momentan überwiegen die Beiträge, in denen es um Zweifel und Misserfolg geht. Aber so ist das nun mal im Leben – nicht immer läuft alles glatt. Ich hoffe dennoch, dass man auch aus solchen Situationen etwas mitnehmen kann. Und wenn es nur das bereits vertraute Gefühl ist, an das man sich beim nächsten Misserfolg erinnern kann.

Es liegt bereits einige Wochen zurück. Ich hab es bis jetzt noch nicht erwähnt, da ich hoffte, euch eine Erfolgsmeldung geben zu können. Nun habe ich aber endgültig die Hoffnung aufgegeben.

Ich schreibe sehr gerne. Das ist jetzt keine große Überraschung, von einem Menschen mit Blog nimmt man das automatisch an – außerdem hab ich es schone in paar mal erwähnt. 🙂 Auch beruflich muss ich hin und wieder Texte verfassen. Da merke ich, wie unterschiedlich ein Text von verschiedenen Personen aufgefasst werden kann. Es kommt öfter mal vor, dass ich davon überzeugt bin, dass der Text seinen Zweck erfüllt. Dann kommen die Kollegen, werfen einen Blick auf das Geschriebene und sind der Meinung, dass bis auf die Überschrift alles geändert werden sollte. Das ist nicht immer toll, vor allem wenn einem die Zeit schon davon läuft, erinnert mich aber immer wieder daran, dass die Leser oft einen anderen Blickwinkel haben als der Verfasser.

Als ich mal jemanden bei der Jobsuche unterstützt habe, habe ich mich auf Facebook einer Gruppe angeschlossen, in der Jobangebote geteilt werden. Für die Person haben wir dort nichts Passendes gefunden, ausgetreten bin ich aber auch nicht. Und so überfliege ich hin und wieder die Jobangebote, die veröffentlicht werden. Bis ich letztens einen Eintrag gefunden habe, an dem meine Augen hängen geblieben sind. Jemand suchte einen Texter für Website-Texte. Ich habe keine 5 Sekunden drüber nachgedacht und schon hab ich auf „Nachricht senden“ gedrückt. Ich habe der Person mitgeteilt, dass ich sehr gerne schreibe und auch eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich Marketing habe, aber dass ich den Beruf „Texter“ nicht ausübe. Die Nachricht war schnell getippt und auch schnell versendet. Nach einem kurzen Moment des Grübelns wurde mir bewusst was ich da gerade gemacht und dachte mir nur „Was hast du da getan??“.

Noch nie in meinem Leben habe ich Texte verfasst, für die mir jemand Geld gezahlt hat. Mir war bewusst, dass die Qualität sehr gut sein musste. Sofort kamen Zweifel auf, ob ich dafür überhaupt geeignet bin. Unterbewusste hoffte ich, dass meine Nachricht übersehen wird und ich nie eine Antwort bekomme. Später werde ich meine Meinung diesbezüglich noch ändern…

Es hat nicht lange gedauert, da war auch schon eine Antwort da. Die Texte sollen für die Website einer neu gegründeten Kochschule sein und es sollen keine „ernsten“ Text sein sondern etwas Außergewöhnliches. Mir wurde angeboten einen Probetext für einen Kinderkochkurs zu verfassen. Und ich sagte zu, dass ich am nächsten Tag einen Probetext übermitteln werde. Und wieder fragte ich mich „Was hast du da getan??“.

Nervös begann ich im Internet zu recherchieren, was bei Werbetexten zu beachten ist. Kurze Zeit später hatte ich mir eine kleine „Anleitung“ mit 11 wichtigen Tipps heruntergeladen. Allesamt klangen sehr einleuchtend und logisch – ich wurde wieder etwas ruhiger und selbstbewusster. „Das schaffst du“ dachte ich mir.

Am Abend machte ich mich sofort an die Arbeit. Ich überlegte mir eine gute Überschrift, die ich natürlich noch etliche Male abänderte. In den Text habe ich neben aktuellen Themen (zB gesunde Ernährung) auch anderes einfließen lassen, dass sich Eltern für ihre Kinder wünschen (Teamwork; einen Nachmittag unter Aufsicht; Kontakt mit gesunden Lebensmitteln etc). Alles wurde in einen lockeren Text verpackt, der ebenfalls noch gefühlte 100 Mal abgeändert wurde. Als ich mit meinem Text zufrieden war hab ich ihn mit der Bitte um Rückmeldung an viele Bekannte und Freunde gesendet. Jeder meldete etwas zurück – das reichte von „sehr gut geschrieben“ bis „das Wort würde ich weg lassen“. DANKE dafür!!

Am nächsten Nachmittag habe ich den Text nochmal überflogen. Wenn es die Zeit erlaubt gebe ich einen Text immer erst am nächsten Tag weiter, da ich so morgens nochmal die Möglichkeit habe, ihn ausgeschlafen und konzentriert zu lesen und bei Bedarf noch etwas abzuändern. Anschließend habe ich den Text inklusive einer Preisvorstellung (wurde ausdrücklich gewünscht) übermittelt und hoffnungsvoll den Laptop geschlossen. Und dann passierte das Unerwartete – nämlich nichts. Gar nichts.

Ich habe mir sicher vier Stunden für den kurzen Text Zeit genommen. Zusätzlich haben sich andere die Zeit fürs Korrekturlesen und Rückmelden genommen. Man sendet den Text hoffnungsvoll weg und ist sich natürlich bewusst, dass es auch eine Absage werden kann. Aber hier passierte gar nichts. Nicht nach ein paar Tagen und auch nicht nach einer Woche. Ich empfand es als ziemlich unhöflich – vor allem da es kein 0 8 15 -Text war, den ich schon vorbereitet hatte, sondern ein Text, der speziell für dieses Thema verfasst wurde. Ich hatte angenommen, meinem Gegenüber wär bewusst, dass so ein Text einige Zeit in Anspruch nimmt. Offenbar nicht.

Also habe ich eine neue Nachricht verfasst. Ich habe der Dame mitgeteilt, dass ich mir schon eine Rückmeldung – und sei es nur ein einfaches „Danke“ – erwartet hätte. Zur Sicherheit hab ich auch angemerkt, dass so ein Text nicht innerhalb von fünf Minuten verfasst ist. „Aber jetzt“ hab ich mir gedacht. Und siehe da – wieder nichts. Gar nichts. Ich sehe, dass die Nachrichten gelesen wurden, aber offenbar hält man eine Rückmeldung für überflüssig.

Da habe ich festgestellt, dass meine Hoffnung, den Job zu erhalten, in den Tagen des Wartens sehr gestiegen ist. Ich hatte schon überlegt, wann ich die Zeit aufbringen werde, die Texte zu erfassen. Für eine neue Website gibt es schließlich eine Menge Text zu erstellen. Dennoch war mir bewusst, dass auch ein „Nein“ kommen könnte oder dass ich als Antwort erhalte, dass der Text nicht ihren Vorstellungen entspricht. Aber ich muss euch sagen, gar keine Antwort zu erhalten ist viel unangenehmer als negative Kritik. Bis heute frage ich mich, ob der Text nicht gut genug war, ob den Job jemand anderer erhalten hat und alle anderen Bewerber plötzlich egal geworden sind oder ob der Dame einfach die Eier fehlen mir zu sagen, dass meine Schreibweise nicht zu ihrer Kochschule passt. Ich hätte mich über nichts davon wirklich gefreut, aber ich hätte gewusst woran ich bin und vor allem was ich beim nächsten Mal besser machen kann.

Ich bin immer noch etwas enttäuscht, dennoch werde ich, wenn sich nochmal so eine Möglichkeit ergibt, wieder einen Probetext verfassen. Und vielleicht gibt es früher oder später eine Website/einen Folder/ein Infoblatt mit Texten von mir. Bis dahin werde ich euch weiterhin mit meinen geistigen Ergüssen unterhalten. Rückmeldungen sind übrigens gerne willkommen. 😉

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