Richtungsweisende Überlegungen

Marketing-Plan
Im Marketing-Plan stecken viele wichtige Überlegungen

Motiviert durch die erste (positiv absolvierte) Zwischenprüfung, würde ich das Gelernte am liebsten sofort umsetzen. Jedoch ist dafür kaum Zeit, denn es kam bereits der Auftrag, das Thema für die Diplomarbeit auszuwählen. Darüber hatte ich mir überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Das Gute daran: ich muss nicht entscheiden was ich machen werde, denn das ist bereits vorgegeben. Aufgabe ist die Erstellung eines Marketing-Plans. Fehlt mir nur noch das passende Thema, die Leitfrage, die Vorgehensweise – also eigentlich eh alles.

Leitfrage – bei diesem Thema kam ich ins Grübeln. Sie gibt die Richtung für den Marketing-Plan vor. Alle Inhalte richten sich nach der gewählten Leitfrage. Ich dachte bisher, dass ich mit meinem Business-Plan eine gute Basis für den Start in die Selbstständigkeit habe. Was sicher auch stimmt. Im Business-Plan sind neben grundlegenden Informationen auch die Ziele angegeben. Wie ich diese erreichen kann und will habe ich dort jedoch nicht definiert. Wenn ich ehrlich bin habe ich darüber noch gar nicht wirklich nachgedacht. Eines steht auf jeden Fall fest: es muss ein Marketing-Plan her. Für eine nebenberufliche Selbstständigkeit muss er nicht so detailliert ausformuliert werden, wie ich es bei meiner Diplomarbeit machen muss. Es ist aber sicher ein großer Vorteil, dass ich vorab einen Marketing-Plan erstelle, der von Profis unter die Lupe genommen und kritisch betrachtet wird. Danach habe ich die besten Voraussetzungen für die Erstellung meines persönlichen Plans.

Die große Herausforderung: Auswahl einer Leitfrage. Das bedeutet, dass man sich auf ein Kriterium beschränkt und dafür einen Plan – eine Strategie – entwickelt. Klugscheißermodus an: eine Strategie ist eine langfristige Ausrichtung, eine Weichenstellung sozusagen, die mir dazu verhelfen soll, meine gesetzten Ziele zu erreichen. 🙂

Es hapert nicht daran, eine Leitfrage zu finden – es ist schwierig, DIE Leitfrage zu finden. Vorab gilt es, sich zu überlegen, in welche Richtung man sich entwickeln möchte. Da der Marketing-Plan in der Regel auf ein Jahr ausgelegt ist, müssen die operativen Ziele nicht übertrieben hoch sein (das ist bei Zielen grundsätzlich eher ein schlechter Ansatz). Man hat jedes Jahr aufs Neue die Möglichkeit, sich eine Leitfrage für das kommende Jahr zu überlegen und die Marketing-Aktivitäten danach zu planen. Dennoch sollte man nie die großen, strategischen Ziele aus den Augen verlieren.

Für das Festlegen der Ziele gibt es ein Richtwort: SMART. Ziele sollen spezifisch sein, messbar, ambitioniert, realistisch und terminiert. Klingt logisch – ist es auch. Zusätzlich kann man Ziele untergliedern. Neben den ökonomischen Zielen (Umsatz, Absatz, Gewinn etc) gibt es die psychologischen Ziele. Ich persönlich denke, dass vor allem die psychologischen Ziele wie Image und Bekanntheit für den ersten Marketing-Plan sehr gut geeignet sind. Natürlich dürfen die Finanzen nicht vernachlässigt werden, aber zu Beginn ist es vor allem wichtig, dass man den Bekanntheitsgrad steigert. Im Idealfall mit guter Werbung, guter Qualität und gutem Service. Negativschlagzeile führen zwar auch zu Bekanntheit, sind aber für ein längerfristiges Bestehen nicht unbedingt die beste Voraussetzung.

Als neugegründetes Unternehmen kann die Analyse der aktuellen Marketing-Situation entfallen, da es noch keine Marketing-Situation gibt. Wenn man das Ganze ernst nimmt sollte man auf den nächsten Punkt aber auf keinen Fall verzichten: die SWOT-Analyse. SWOT steht für die englischen Begriffe Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats). Man überlegt sich zu den Begriffen Schlagwörter und bezieht diese bei der Planung von künftigen Aktivitäten mit ein. Stärken und Schwächen beziehen sich auf interne Faktoren(zB die eigenen Mitarbeiter oder andere unternehmensinterne Faktoren), Chancen und Risiken betreffen externe Faktoren (zB die Konkurrenz oder die Entwicklung des Marktes).

Auch der Marketing-Mix ist Bestandteil des Marketing-Plans. Es geht um die ideale Kombination von Marketinginstrumenten zur Erreichung der Unternehmensziele. Da der Marketing-Mix ein sehr umfangreiches Thema ist, werde ich ihm demnächst einen eigenen Beitrag widmen.

Ebenfalls Bestandteil und nicht zu vernachlässigen sin die Themen Finanzen und Kontrolle. Besonders bei knappem Budget ist es wichtig, sich vorab mit den Kosten, die durch Marketingaktivitäten entstehen, auseinander zu setzen. Mit etwas Kreativität kann man den Bekanntheitsgrad aber auch ohne hohen finanziellen Aufwand steigern. Neben Infos per Mail gibt es zahlreiche kostenlose Plattformen (unter anderem Facebook), wo man seine Werbung für den Anfang platzieren kann. Auch eigene Domains sowie zugekaufter Speicherplatz auf fremden Servern sind kostengünstig zu erwerben bzw. anzumieten.

Das klingt alles nach sehr viel. Es sind aber durchwegs logische Punkte, die mehr oder weniger schnell erarbeitet sind. Gerade bei der SWOT-Analyse wird man einige Zeit sitzen. Jedoch hat es viele Vorteile, sich damit auseinander zu setzen, denn so lernt man nicht nur die Konkurrenz besser kennen, sondern setzt sich auch mit dem Markt und den Trends auseinander, macht sich Gedanken zu den eigenen Produkten (und wie man sich von der Konkurrenz unterscheiden kann) und  kann so bereits vorab das Angebot optimieren.

Ich freue mich auf die Herausforderung, die mich im Rahmen meiner Diplomarbeit erwartet – aber noch mehr auf die Umsetzung danach bei meinem persönlichen Projekt. Überlegungen werde ich mir sicher laufend machen, konkrete Pläne müssen aber leider warten, bis die Ausbildung absolviert ist. Bis dahin teile ich mit euch das Gelernte und hoffe, dass es dem ein oder anderen in irgendeiner Art und Weise hilft – vielleicht ja auch bei der Realisierung von persönlichen Projekten. 🙂

 

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