Herbstlich-Trübe Gedankenwelt


Ich starre auf einen wolkenbehangenen Himmel, sitze wenig motiviert vor meinem Computer und stelle die Welt in Frage. Als ich am Sonntag meinen besten Freundinnen berichtete, dass ich gerade etwas unzufrieden bin, meinte eine „Das ist der Sonntagsblues – da stellt man oft alles in Frage“. Da ist was dran. Nur hat der Blues den Beginn der neuen Woche versäumt und belagert mich immer noch.

Eigentlich befinden wir uns gerade in einer Jahreszeit, die mir sonst ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Warm eingepackt liebe ich es, an einem Sonntagnachmittag spazieren zu gehen und dem Rascheln der bunten Blätter unter meinen Füßen zu lauschen. Ich beobachte die herabfallenden Blätter und freue mich darauf, nach dem Spaziergang bei Kaffee und Kuchen in der Couch zu versinken und den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Aber heuer ist alles anders.

Die Tage und Wochen verrennen wie im Flug und ich fühle mich gestresst. Ich hetze von da nach dort und von dort wieder nach da. Ich möchte alles unter einen Hut bringen, aber ich habe das Gefühl, dass mir nichts von all dem gelingt, das ich mir vorgenommen habe. Mehr Sport, täglich gesund kochen (und essen) aber vor allem mein Nebenbei-Business Realität werden lassen. Nur es mag so gar nicht klappen. Zusätzlich will man auch noch Zeit mit seinen Liebsten verbringen und niemanden enttäuschen – schon gar nicht sich selbst.

Während meiner Ausbildung habe ich den Stress auf die zwei Abende geschoben, die pro Woche fix verplant waren. Die freie Zeit habe ich mit Lernen verbracht und die restliche Zeit mit Freizeitaktivitäten zugeschaufelt und nicht viel drüber nachgedacht, weil mit einer Dauer von acht Monaten ein Ende in Sicht war. Doch wann endet der Stress jetzt? Und ist es überhaupt Stress oder kommt es mir nur so vor? Habe ich vor einem Jahr dieselben Aktivitäten ganz ohne dieses Stressgefühl problemlos organisiert und erledigt?

Ich denke, mir fehlt aktuell ein Ziel, auf das ich hinarbeiten kann. Zwischendurch ist die Motivation riesig, dann bin ich voller Tatendrang. Leider habe ich aber gerade dann nie Zeit für die Dinge, die ich gerade gern machen würde. Und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn dann Zeit ist, fehlt die Motivation. In meinem Umfeld erlebe ich wie manche ihren Traum leben bzw erste Erfolge auf dem Weg dorthin haben. Auch das motiviert – allerdings nur in Momenten, in denen ich ohnehin schon motiviert bin. In den trüben Augenblicken wandelt es sich eher zu einem „Schau, die haben’s geschafft – du nicht!“, das ich mir selbst an den Kopf werfe.

Vor einigen Jahren, als die Idee ursprünglich geboren wurde, wollte ich die Vorweihnachtszeit im Jahr darauf nutzen, um schon Geld damit zu verdienen. Davon bin ich meilenweit entfernt. Zuerst mangelte es an Ideen und jetzt abwechselnd an Motivation und Zeit. Zwar weiß man im Bekanntenkreis schon was hinter meiner Idee steckt und das ein oder andere hab ich heuer auch schon – meist kostenfrei, aber für Bekannte mache ich das gerne – unter die Leute gebracht. Aber ich müsste mal einen Vorrat erarbeiten, mit dem ich dann auch ernsthaft starten kann. Doch dazu benötigt man Zeit. Und diese – richtig – rennt mir irgendwie grad davon.

Mein Plan: Prioritäten und Ziele setzen. Und das beginne ich mit etwas ganz Einfachem, wovor ich mich jedoch bisher immer gedrückt habe. Ich erspare mir „unnötige“ Einkäufe unter der Woche (und damit Zeit) indem ich vorausplane und zu Beginn der Woche alle Lebensmittel kaufe, die ich unter der Woche benötige. Erstes Fazit: klingt simpel, ich bin aber kläglich gescheitert! Der erste Teil des Artikels entstand bereits letzte Woche, so auch die Idee mit dem Vorausplanen. Heute – Dienstag – sitze ich wieder planlos da und ich weiß, dass ich diese Woche wieder jeden Tag aufs Neue überlegen werde, was es am Abend zu essen gibt.

Ich verzeihe mir das diese Woche noch – auch, weil ich das Wochenende bei der Familie am Land verbracht habe und Hund und Katze meine ganze Aufmerksamkeit forderten und so keine Zeit war an die neue Woche zu denken. 🙂

Aber im Ernst: das klingt easy und ist tatsächlich mein erster Schritt um meine freie Zeit optimaler zu nutzen. Bis ich mir große Ziele setze werde ich über Keinigkeiten nachdenken und diese umsetzen. Danach nehme ich die großen Schritte in Angriff. Seit gespannt – ich bin’s auch! 😉

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