Ein Traum aus Polyamid und Elasthan

Nicht sexy, aber für manch Schwangere ein wahrer Segen – Stützstrümpfe

Ja, sie sind nicht unbedingt sexy, aber für Schwangere, die von Wassereinlagerungen in den Beinen geplagt werden, sind sie eine Wohltat. Naja, grundsätzlich – im Hochsommer kann man daran schon mal zweifeln…

Die Rede ist natürlich von Stützstrümpfen. Ich besitze seit einigen Monaten zwei Paar davon. Die einen gehen bis zum Knie, die anderen bis ganz nach oben und ähneln halterlosen Strümpfen. Einziger Unterschied: die Sexiness lässt zu wünschen übrig.

Stützstrümpfe sollen – wie der Name schon sagt – stützen und so Krampfadern verhindern, die Durchblutung fördern und Wassereinlagerungen verhindern/reduzieren. Letzteres ist der Grund, warum ich welche trage. Und um diese Funktionen zu erfüllen ist das Material der Strümpfe sehr kompakt. Und ich meine wirklich seeehr kompakt.

Stützstrümpfe im Sommer – ein heißes Vergnügen

Das Anziehen der kurzen Strümpfe geht noch relativ einfach. Leider war irgendwann der Tag gekommen, an dem sich das Wasser dann über den kurzen Strümpfen – also vom Knie aufwärts – sammelte. Bitte nicht bildlich vorstellen! Es sah genau so unschön aus wie es klingt…

Wer im Sommer gerne seine Beine zeigt sollte eine Schwangerschaft so planen, dass sich die letzten Monate nicht gerade mit dem Hochsommer überschneiden. Man macht sich zwar im Bikini zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt keine Gedanken über seinen überstehenden Bauch und auch die Beine wirken mit der Riesenkugel automatisch schlanker, aber kurze Hosen gehen mit den kurzen Stützkniestrümpfen überhaupt nicht. Also zuhause, wo man nicht gesehen wird, natürlich schon, aber damit rausgehen erfordert ehrlicherweise etwas Überwindung.

Die langen Strümpfe wirken unter kurzen Hosen besser, weil sie bis rauf gehen und beim Knie kein Übergang zwischen Strumpf und Haut vorhanden ist. Man wird beim Bandagisten zwar vermessen, damit die Strümpfe gut sitzen, wenn man jedoch keine Modelbeine hat sondern etwas Speck, entsteht am Strumpfende automatisch eine Haut- bzw. Speckfalte. Ein Nachteil des kompakten Materials, das das Bein unterm Strumpf fest zusammenhält.

Diese Falte ist auch bei den langen Strümpfen vorhanden – natürlich ebenfalls am oberen Ende. Und das ist bei den langen Strümpfen knapp unterm Hintern. Und ja, auch dort sorgt die Haut- bzw. Speckfalte nicht für Jubelschreie und erotische Phantasien. Man erkennt sie zwar als Außenstehender auf den ersten Blick nicht, sie zeichnet sich unter engen Hosen aber schon deutlich ab. Seit ich im Mutterschutz bin trage ich draussen meistens meine dünne Stoffhose, die weit genug ist, um die Falte zu vertuschen. Zusätzlich ist sie luftiger als eine Jogginghose und sorgt so dafür, dass ich mich für längere Zeit im Freien (im Schatten!) aufhalten kann ohne sofort literweise Schweiß zu vergießen. Zwischendurch trage ich tageweise auch die kurzen Strümpfe, darin ist es nicht ganz so heiß. Und an manchen Tagen lassen ich die Strümpfe auch komplett weg.

Warum ich die Strümpfe trotzdem regelmäßig trage

Das klingt alles weder bequem noch schön – warum ich die Strümpfe trotzdem trage?! Dafür gibt’s einige Gründe…

Zum einen ist es nicht auf Dauer – das macht es zwar nicht besser, man weiß aber, dass ein Ende in Sicht ist. Wenn man sich vor Augen hält, dass man sich selbst mit den Strümpfen etwas Gutes tut, wird’s auch besser. In ein paar Monaten möchte ich lediglich ein kleines Kind haben, das mich an diese neun aufregenden Schwangerschaftsmonate erinnert. Keine Krampfadern, Besenreiser oder andere Überbleibsel an den Beinen sollen Erinnerungen daran wecken.

Wer selbst erlebt hat wie sich Wasser in den Beinen sammelt, wird schnell bezweifeln, dass dieser Zustand gesund ist. In den Schuhen wurde es plötzlich eng und beim Gehen ohne Schuhe merkte ich, wie das Wasser am Fuß – knapp über den Zehen – richtig wabbelte. Ja, es fühlt sich genau so grauslich an wie es klingt. Eine Woche habe ich so verbracht. Am Ende wurde es nicht mal mehr über Nacht oder durch hochlagern besser. Spätestens dann holt man sich freiwillig eine Verordnung vom Arzt und sucht damit schnellstmöglich den Bandagisten auf.

Auch wenn das Tragen bei diesen Temperaturen nicht immer erfreulich ist – ich kann es nur jedem empfehlen. Und wenn man bedenkt, dass es Menschen gibt, die aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft Stützstrümpfe tragen, dann sind die paar Schwangerschaftsmonate gar nicht mehr der Rede wert. 🙂

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