Dankbar sein

Strand und Meer – was will man mehr?

„Zu kurz“ – Wie aus der Pistole geschossen kommt diese Antwort auf die Frage nach meinem letzten Urlaub. Drei Tage – wie im Vorjahr sehr spontan gebucht und wie im Vorjahr Mallorca. Nur heuer zwei Tage weniger. Dennoch: meine Antwort sollte lauten „Schön!“ – denn so war der Urlaub. Nicht die Dauer macht es aus, sondern alles andere. Ich liebe das Meer, den Strand und die Palmen. Das Gefühl, wenn der Wind sanft über die leicht gebräunte Haut streift während man im Sand sitzt, aufs Meer blickt und sich dem Rauschen der Wellen hingibt. Ich liebe es! Ich genieße die Zweisamkeit fernab vom Alltagstrott. Die gemeinsamen Erinnerungen, die während eines Urlaubs entstehen und auf die man Wochen und Jahre später noch zurückblickt. Ja, ein oder zwei Tage mehr wären schön gewesen. Aber das sollte nicht der erste Gedanke sein. Ich möchte vor allem dankbar sein, dass wir es überhaupt geschafft haben wegzufliegen.

Urlaub ist für mich leistbarer Luxus, für den ich gerne Geld ausgebe. Einmal im Jahr muss ich raus, sonst wird das Fernweh zu groß. Nach dem Urlaub denke ich täglich an das Erlebte zurück und versuche die Erinnerungen so lange wie möglich zu erhalten. Meine Wohnung zieren einige Urlaubserinnerungen in Form von Fotos und Leinwänden – auch der heurige Urlaub wird mit einem Foto, das auf Leinwand gedruckt wird, verewigt, sodass ich mich jeden Tag beim Blick auf die Leinwand an die schöne Zeit zurückerinnern und dafür dankbar sein kann.

1,5 Wochen Urlaub habe ich hinter mir – eine Woche noch vor mir. Die nächsten Tage sind bereits verplant und auch die letzten Tage waren vollgepackt. Aber ich hatte endlich mal wieder Zeit und Lust mich an die Nähmaschine zu setzen. Einige Stunden habe ich hinter der Nähmaschine verbracht und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Auch dafür will ich dankbar sein. Dafür, dass mich meine Mama bei diesem Hobby unterstützt und dafür, dass ich mir die Zeit zum Nähen nehmen kann. Die restliche Zeit habe ich zum Kochen, Schlafen, Entspannen und für Sport genutzt.

Ich bin ein Morgenmensch – auch wenn man es mir nicht immer ansieht. Vormittags bin ich oft voller Tatendrang – ausgeschlafen und fit möchte ich manchmal Bäume ausreißen. Im Arbeitsalltag nicht immer möglich – im Urlaub will ich diese Zeit aber unbedingt nutzen. Deshalb schlafe ich auch nicht bis Mittags oder verbringe den Tag auf der Couch. Ich will von meinem Urlaub was haben, die Zeit nutzen und die Dinge machen, die sonst Vormittags nicht möglich sind. Vor allem der Sport wird auf den Vormittag verlegt – gut gelaunt und voller Energie schwitze ich mir den Stress von der Seele. Und auch dafür bin ich sehr dankbar. Nicht nur, dass ich mir diese Freiheit nehmen kann sondern auch, dass ich körperlich gesund bin. Viel zu oft merkt man erst was man hatte, wenn man etwas nicht mehr hat oder kann.

Vor meinem Urlaub war ich auf einem zweitägigen Seminar. Es ging ums kreative Schreiben – ideal für mich. Bei der Abschlussrunde meinte die Vortragende zu mir „Du hast ein besonderes Talent. Nutz das!“. Ich freue mich jetzt noch über diese Worte – sie motivieren. Gerne hätte ich gewusst, was sie zu der Aussage bewegte. Ich möchte aber gar nicht weiter drüber nachdenken und auch dafür einfach dankbar sein. Überhaupt würde ich gerne etwas weniger grübeln. Es kann sehr belastend sein, wenn man sich über jede Kleinigkeit Gedanken macht. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mir unnötig über viel zu viel Gedanken mache. Auch wenn es im Urlaub etwas besser wurde. Ich stehe abends beim Zähneputzen im Badezimmer und fühle mich entspannt und leicht. Mit einem tiefen Seufzer bestätige ich meinem Spiegelbild, dass ich zufrieden bin. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich dafür sehr dankbar bin. Ich hoffe, ich kann diese Zufriedenheit für eine längere Zeit erhalten.

Ich bin traurig, dass mein Urlaub in einer Woche wieder endet. Das ist auch OK. Aber wenn mich in 10 Tagen jemand fragt, wie mein Urlaub war, dann soll meine Antwort nicht „zu kurz“ lauten. In einer Woche möchte ich dankbar sein für die schönen Tage daheim, die drei wunderschönen Tage am Strand und die Zeit mit meiner Familie und mit Freunden. Was ich jetzt schon sagen kann: ich freue mich über die Motivation, die wieder in mir aufkommt.

Dieser Sommer steht für mich unter dem Motto: etwas mehr Dankbarkeit – etwas weniger raunzen! Wer ist dabei? 🙂

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