Auszeit vom Alltagstrott

Bei diesem Anblick steigt die Stimmung von ganz allein :)
Bei diesem Anblick steigt die Stimmung von ganz allein 🙂

Kennt ihr das auch? Man steht morgens auf, beim Blick aus dem Fenster kitzelt die Sonne an der Nase und man ist schlagartig gut gelaunt – so ging es mir Ende August. Ich hatte meine alljährliche Waldviertel-Woche. Nur mit dem Unterschied, dass diese heuer später war als sonst. Und das war gut so!

Wär ich einige Wochen davor am Land gewesen, als es den ganzen Tag trüb und regnerisch war, hätte ich keinen Fuß vor die Tür gesetzt und stattdessen vorm Kamin die Stunden gezählt. Beim Blick aus dem Fenster wär mir eher zum Heulen zu Mute gewesen, nicht zum Lachen. Aber es kam zum Glück ganz anders. Das Wetter war traumhaft und meine Stimmung dadurch auch. Ich war den ganzen Tag auf den Beinen, viel mit dem Fahrrad unterwegs und zwischendurch hab ich mich in den Garten gesetzt und die Sonne genossen. Herrlich!

Doch die gute Laune wurde jeden Tag nochmal etwas gesteigert, wenn der Hund morgens zum Kuscheln kam. Bereits als ich noch ein kleines Kind war, war ein Hund im Haushalt anwesend. An diese Zeit kann ich mich allerdings nicht mehr sehr gut erinnern. Als ich neun Jahre alt war haben wir wieder einen Hund bekommen. Dieser hat mich beim Erwachsen werden begleitet – und darüber hinaus. Vor zwei Jahren ist er im Alter von 14 Jahren leider gestorben. Die erste Reaktion meiner Mama: Uns kommt kein Hund mehr ins Haus.

Wenn ein Hund alt (und auch krank) wird, bestimmt der Hund das Leben seines Halters noch mehr als ohnehin schon. Medikamente nehmen, dafür sorgen, dass er genügend frisst und mit seinen Eigenheiten umgehen, die im Alter hinzukommen. Ein alter Hund hat es in unserem Haus mit einigen Stufen auch nicht wirklich einfach. Bevor jedoch das Stufen steigen schwierig wurde, kam ein anderes Problem: der Sprung auf die Couch. Da der Hund kein Riese war, durfte er es sich neben uns auf der Couch gemütlich machen. Ab einem gewissen Alter war der Sprung auf die Couch jedoch nicht mehr machbar. Man merkte, wie es den Hund nervte, dass ihm der Sprung nicht mehr gelang. Oft wollte er sich auch nicht helfen lassen. Das alles bleibt einem – neben den vielen schönen Erinnerungen – im Hinterkopf.

Nichts desto trotz, nach einem halben Jahr wollten wir die Ruhe im Haus nicht mehr hinnehmen (und auch der Katze wieder einen Spielgefährten gönnen) und schauten uns nach einem neuen Hund um. So kam eines zum Anderen und schon war ein neuer Hund gefunden. Nach einigen stressigen Wochen der Eingewöhnung überwiegte schließlich auch die Freude über den Hund. 🙂

Heute, zwei Jahre später, haben wir sehr viel Freude mit unserer Hundedame. Sie kann einige Kunststücke, hört auf die wichtigsten Befehle und mittlerweile kann man mit ihr auch kuscheln ohne dass sie einem die Zunge ins Ohr steckt.

Ich möchte in der Wohnung keinen Hund haben. Nicht nur, weil ich es keinem Hund zumuten möchte, 8 Stunden (und mehr) am Tag in geschlossenen Räumen zu verbringen. Auch, weil ich dadurch sehr gebunden wäre. Trotzdem überkommt mich hin und wieder die Sehnsucht nach einem Hund. Ich freue mich bei jedem Besuch daheim auf den Hund. Bevor die Mama ein „Hallo“ von mir zu hören bekommt wird der Hund minutenlang begrüßt, gestreichelt, vollgequatscht und abgebusslt. 🙂

Und so freue ich mich jedes Jahr, eine Woche im Sommer und eine im Winter mit dem Hund zu verbringen. Ich hab sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich ohne Hund das Haus verlasse. Wenn er abends neben meinem Bett einschläft und leise vor sich hinschnarcht, fühle ich mich einfach nur wohl und schau ihm zu, wie er beim Träumen die Nase rümpft und die Pfoten bewegt.

Das klingt gerade alles nach sehr viel Nichts-Tun. Aber, ich war auch kreativ. Neben einem kleinen Holzregal, dass ich für die Speisekammer gezimmert habe, hab ich Mama’s Nähmaschine 2 Tage lang auf Trab gehalten. Herausgekommen sind ein paar sehr schöne Dinge, auf die ich sehr stolz war.

Manchmal werde ich gefragt, ob mir in dieser Woche nicht langweilig ist. Das kann ich eindeutig mit Nein beantworten. Weder in dieser Woche noch sonst irgendwann wird mir fad. Es gibt Momente, in denen ich mit dem, was ich gerade mache, unzufrieden bin und lieber etwas Sinnvolleres mache (zB Tennis spielen statt vorm TV sitzen) – aber das kann man ja schnell ändern. Und sonst lasse ich keine Langeweile aufkommen, denn es gibt immer noch die Möglichkeit ein kurzes Schläfchen einzulegen, wenn ich grad nichts mit mir anzufangen weiß.

Nicht nur nach dieser Woche sondern nach den gesamten letzten drei Monaten fühle ich mich erholt und bereit für neue Herausforderungen. Das spiegelt sich auch in meiner Wohnung wieder. Das Vorzimmer hat sich innerhalb der letzten Wochen zu meinem Lieblingsplatz (neben dem Bett natürlich) entwickelt. Ich habe etwas umdisponiert und einen großen Tisch in der Mitte platziert. Dieser bietet genügend Platz zum Arbeiten und wird gelegentlich sogar bis mitten in die Nacht genützt. Was ich dort mache? Das wird ein anderes Mal verraten. 🙂

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