Alles unter einen Hut bringen – unmöglich?


Mein Blog sollte ja dazu dienen, dass ich mich selbst motiviere mit meinem Projekt voran zu kommen. Da gibt’s noch viele Dinge zu erledigen. Einige, auf die ich mich sehr freue, andere, die ich vor mich her schiebe. Aber was wie eine Ausrede klingt, ist leider wahr: ich habe keine Zeit. Also, keine die nicht verplant ist…

Job, Familie und Hobbies nehmen viel Zeit in Anspruch. In Kürze kommt auch noch eine berufliche Ausbildung dazu, die zweimal pro Woche nachmittags/abends meine Anwesenheit an einem Bildungsinstitut erfordert. Das macht’s nicht unbedingt einfacher. Die Zeit, die dann noch übrig ist, verbringe ich leider viel zu gerne damit, fehlenden Schlaf nachzuholen. Jetzt steh ich vor der Frage, wie ich das alles schaffe ohne auf Dauer überfordert zu sein. Es gibt nicht viel, dass ich von meiner Tätigkeitsliste streichen kann bzw. will. Nichts, das „unnötig“ ist oder bei dem ich mir vorstellen könnte, dass ich es nicht mehr mache.

Der Blog erfüllt seinen Zweck – mich zu motivieren – immer noch. Jedoch erfüllt er noch eine ganz andere Aufgabe, die mir anfangs gar nicht bewusst war. Er bringt mich dazu, über vieles nachzudenken. Nicht nur im Zusammenhang mit meinem Projekt, sondern auch darüber hinaus. Gibt es Dinge im Leben, auf die man verzichten kann? Kann man die Tätigkeiten anders arrangieren, sodass genug Zeit für einen selbst bleibt? Vor einigen Monaten wurde ich zu einem Seminar geschickt. „Zeitmanagement“ lautete das Thema. Entgegen aller Erwartungen konnte ich sogar einige hilfreiche Tipps mitnehmen. Das Wichtigste was ich jedoch in diesen beiden Tagen lernte, war die Tatsache, dass man nicht die Zeit sondern nur sich selbst und die Tätigkeiten managen kann. Denn egal ob ich einen Plan habe oder nicht – der Tag hat immer nur 24 Stunden.

Andere mögen es vielleicht anders sehen, ich aber bin froh, dass es in meiner Freizeit Ereignisse gibt, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen und mir eine gewisse Struktur vorgeben. Ist der Partner jede Woche an bestimmten Tagen am Fußballtraining, weiß ich, dass ich mir diese Abende verplanen kann, ohne das Gefühl zu haben ihn zu versetzen, wenn ich alleine etwas mache (und sei es nur Schlaf nachholen). Hat er Match, versuche ich dabei zu sein – klappt aber nicht immer, da sich hier Partnerschaft und Familie bereits überschneiden.

Verbringe ich das Wochenende am Land bei der Familie (was im Durchschnitt zweimal im Monat der Fall ist), ist ein Matchbesuch zum Partner anfeuern Sonntagvormittag nicht möglich. Das ärgert mich zwar manchmal, aber immerhin geht die Welt davon nicht unter. Das würde sie auch nicht, wenn ich ein Heimspiel von meinem Bundesliga-Verein versäume. Jedoch versuche ich – sofern nichts Familiäres dazwischen kommt – jedes Heimmatch zu besuchen. Somit habe ich an meinen Wien-Wochenenden entweder Samstagnachmittag/–abend oder Sonntagnachmittag/ –abend einen Fixtermin. Ist der Verein international erfolgreich, kommen Heimspiele unter der Woche dazu. Dies wiederum führt zu fehlendem Schlaf, da die Spiele abends stattfinden.

Aber einfach nach der Arbeit heimgehen und schlafen erlaube ich mir selbst nicht, da ich mir als Vorgabe gegeben habe, mindestens zwei bis drei Mal pro Woche Sport zu treiben. In meinen Fall heißt das, dass ich ins Fitnessstudio gehe und dort rund zwei Stunden verbringe. Auch wenn ich manchmal fast zu müde dafür bin, gehe ich trotzdem gerne hin, da ich in dieser Zeit für andere nicht erreichbar bin. Ich genieße die Zeit alleine, daher habe ich auch nie versucht Kontakte im Fitnessstudio zu knüpfen – bis auf Smalltalk mit dem Personal führe ich nicht viele Gespräche. Ich will nicht zu denen gehören, die von zwei Stunden 1,5 Stunden tratschend herumstehen – dafür habe ich gute Freunde, mit denen ich mich zum Kaffee treffe.

Und da sind wir auch schon beim nächsten Punkt. Neben Familie und Hobbies gibt es in unregelmäßigen Abständen weitere Termine, auf die ich nicht verzichten will. Da gibt’s die Kaffee-Treffen mit den Mädls, Besuche bei ehemaligen Arbeitskollegen, Geburtstagsfeiern von Freunden, Ländermatches, Konzertbesuche und manchmal sogar Hochzeiten. Bei vielen Dingen ist mit dem Termin auch eine Vorbereitung verbunden. Für die Geburtstagsfeier ist ein Geschenk zu besorgen, zum Ländermatch trifft man sich bereits Stunden vor Spielbeginn zum Einstimmen, findet das Mädels-Treffen bei mir daheim statt wird ein Kuchen vorbereitet und für die Hochzeit muss vorab ein passendes Outfit geshoppt werden. Und dazwischen gibt es immer noch ungeplante Ereignisse wie zB die Motorkontrollleuchte beim Auto, die manchmal meine Aufmerksamkeit fordert oder der Wasserboiler, der heuer beschlossen hat undicht zu werden und sowohl einen Tausch des Boilers wie auch des Kastens darunter notwendig machte.

So wie mir geht es vermutlich auch vielen anderen. Es ist beruhigend zu wissen, dass auch andere manchmal daran verzweifeln alles unter einen Hut zu bringen. Sobald ich für mich eine passende Lösung gefunden habe, werde ich es euch wissen lassen. Bis dahin wurschtl ich mich weiter durch wie bisher und versuche die Wochen so gut wie möglich im Voraus zu planen. Manches kann ich nicht beeinflussen, meine persönliche Zielsetzung jedoch schon. Und da ich mir für die Verwirklichung meines Projektes kein zeitliches Limit gesetzt habe, werde ich mich nicht unnötig stressen – ich bin ja mein eigener Chef! 🙂

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