Was im letzten Beitrag noch etwas unkonkret war, hat mittlerweile Formen angenommen. Ich hab gestern ein Fernseminar begonnen – es wird also wieder gelernt. Nur diesmal ohne Anwesenheiten. Was auch schwierig wäre, da der Anbieter in Deutschland zuhause ist. In Österreich habe ich keine für mich passende Ausbildung gefunden. Es wurde allerdings auch nicht das College, bei dem ich den Copytest durchgeführt habe. Ein anderes Fernseminar wirkte auf mich umfangreicher und passender.

Um nebenbei etwas praktische Erfahrung zu sammeln habe ich mich auf einer Plattform angemeldet, auf der man Textaufträge annehmen und verfassen kann. Diese Plattformen haben nicht den besten Ruf, da die Bezahlung dort sehr schlecht ist. Ich möchte damit aber auch nicht reich werden und daher habe ich mich trotzdem angemeldet. Es geht mir vor allem um das Hineinversetzen in die Situation. Und das war vor dem ersten Text eine ziemliche Herausforderung. 😀

Mein erster Auftrag war ein Blogtext zum Thema Tischplatten. Ja, was schreibt man da am Besten?! Die Vorgaben beschränkten sich lediglich auf das Thema, die Wortanzahl und das Keyword „Tischplatten“, das zu einem bestimmten Prozentanteil im Text vorkommen musste. Nach etwas Recherche habe ich dann doch einen recht ordentlichen Text zusammengebracht. Es dauerte auch nicht lange und der Text wurde vom Auftraggeber ohne Änderungswünsche angenommen. Meine Freude war riesig. Mittlerweile habe ich fünf Texte zu verschiedene Themen verfasst und alle wurden angenommen. Am Wochenende warten die nächsten zwei Aufträge auf mich.

Erfreulicherweise war auch ein Website-Text dabei. Genau das, was ich ja gerne mal machen möchte. Die Abgabefristen bei diesen Aufträgen sind oft recht kurz. Für den Website-Text mit rund 700 Worten hatte ich nur einen Tag Zeit. Für berufstätige Menschen bedeutet das einen halben Tage – bzw. eine ganze Nacht. Da ich den Auftrag unbedingt machen wollte habe ich also den Sport verschoben, bin nach der Arbeit direkt nach Hause gefahren und habe angefangen zu recherchieren und zu schreiben. Die große Herausforderung bei diesem Text war neben der Wortanzahl die Anzahl der Keywords. Es waren rund 15 Keywords, die vorkommen mussten. Manche nur einmal – das geht relativ leicht. Schwierig wird’s, wenn der Prozentsatz eines Keywords sehr groß ist. Je länger der Text wird umso öfter muss das Keyword vorkommen. Ein bestimmtes Wort 10 Mal oder öfter gezielt in einem Text unterzubringen ohne dass es aufdringlich wirkt erfordert etwas Geschick. Gegen Mitternacht war ich mit meinem Text halbwegs zufrieden. Am nächsten Morgen habe ich ihn nochmals Korrektur gelesen, manches verändert, geprüft ob ich alle Anweisungen beachtet habe und den Text dann eingereicht. Als der Text ohne Änderungswünsche angenommen wurde, war ich ein kleines bisschen stolz auf mich. Dass ich mich gefreut habe muss ich glaub ich eh nicht erwähnen. 😀

Somit wird seit gestern also wieder gelernt. Erstaunlich, wie sich die Einstellung mit der Zeit ändert. Vor einem Jahr war ich froh, dass die Ausbildung endlich beendet war. Und jetzt suche ich mir die nächste. 😀 Aber ich bin voller Tatendrang und sehr optimistisch. Apropos optimistisch – mein Sommermotto „weniger raunzen, mehr dankbar sein“ läuft bisher ganz gut. 🙂 Aber momentan gibt es auch nicht viel über das ich mich beschweren könnte. 😉


Seit einer Woche weiß ich es nun endgültig: in mir wohnt ein trotziges Kind. Und manchmal kommt es zum Vorschein, begutachtet die Lage und beginnt sein Werk. Und darin ist es echt gut. Gäbe es Auszeichnungen fürs Trotzig sein – mein inneres Kind wäre der Gewinner.

Durch Gespräche und meinen Blog weiß mein Bekanntenkreis von meinem Vorhaben. Und so erreicht mich neben der ein oder anderen Näh-Anfrage gelegentlich auch mal eine Näh-Idee. Da werden mir dann Fotos und Links mit den Worten „Wär das nicht auch was für dich?“ gesandt. Ich bin dafür sehr dankbar und hoffe, dass mich diese Ideen auch weiterhin erreichen. 🙂 Vor einigen Wochen kam dann von einer Bekannten der Hinweis zu einem Online-Shop, der für mich von Interesse sein könnte. Auch dafür ein großes Danke – schön, wie ihr immer an mich denkt. 🙂 Diese Bekannte hat das geschafft, was ich hoffentlich noch vor mir habe. Sie verrichtet neben ihrem Job eine selbständige Tätigkeit als Motopädagogin. Was das ist? Informiert euch auf ihrer Website: http://www.teresakerschenbauer.com/ Erreicht hat sie das durch viel Engagement und laufende Weiterbildung.

Bei dem erwähnten Online-Shop handelt es sich um zwei Wienerinnen, die vor allem Selbstgenähtes für Kinder von kleinen Labels vertreiben und laufend auf der Suche nach neuen Herstellern sind. Die Produkte haben mich beim Durchscrollen bereits sehr angesprochen, weil sie meinen ähnlich sind. „Perfekt“ dachte ich – da passe ich dazu. Ich habe also in einem mutigen Moment ein Mail an die beiden verfasst und mich vorgestellt. Zusätzlich habe ich Fotos von einigen meiner Stücke übermittelt. Nach dem Absenden war ich etwas stolz auf mich, dass ich das gewagt habe. Einige Tage später habe ich dann auch schon eine Antwort erhalten, die mir leider nicht ganz gefallen hat. Sie fanden meine Stücke schön, jedoch sind diese den bereits angebotenen zu ähnlich und daher haben sie kein Interesse. Okaaaaay, damit hatte ich nicht gerechnet. Im Gegenteil, ich dachte gerade das wär ein Vorteil für mich. Die Kunden hätten in einer Kategorie eine noch größere Auswahl.

Und plötzlich war es wieder mal da: das trotzige Kind. Es kommt ungefragt, macht sich über Nacht breit und hat kein Interesse daran wieder zu verschwinden. In den letzten Monaten ist es mir öfter untergekommen als mir lieb war. Und es macht das, was trotzige Kinder so machen – nämlich trotzen. „Na gut, dann nicht!“ und „Ich will ja eh gar nicht“ hör ich es in mir sagen. „Andere wären froh mich zu haben“ schreit es noch, bevor es das Gesicht verzieht und sich auf das Bett fallen lässt. Verzogener Bengel!

Und so wird das Thema Nähen aktuell etwas verdrängt. Nur bin ich dieses mal nicht so planlos wie in vorangegangenen Trotzphasen. Diesmal rückt nämlich etwas anderes in den Vordergrund. Ich merke wie groß mein Interesse am Texten in letzter Zeit geworden ist und denke an eine Weiterbildung in diese Richtung. Doch das Richtige zu finden ist gar nicht so einfach. Nach einigen Recherchen habe ich in München ein College gefunden, das sehr interessant klingt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Copytest, den man übermittelt. Dieser bestand aus 10 Aufgaben. Anhand der Antworten und der bisherigen Erfahrung wird ausgewertet, ob der Interessent für den Beruf als Texter geeignet ist. Erfreulicherweise ist das nach Meinung des Leiters bei mir der Fall. Das Fernseminar ist jedoch kein Schnäppchen und daher bin ich noch auf der Suche nach Alternativen. Zusätzlich habe ich durch den Austausch mit Absolventen und aktuellen Teilnehmern etwas Zweifel, ob dieses Seminar meine Bedürfnisse zu 100% abdeckt. Aber ich bin sehr überzeugt von meiner Idee und habe mich irgendwie schon dafür entschieden, dass es auf jeden Fall eine Weiterbildung in diese Richtung geben wird. In welcher Form auch immer.

Aber wie soll’s jetzt weiter gehen? Es ist wohl an der Zeit mir darüber Gedanken zu machen und mich vielleicht auch neu zu orientieren. Beim Nähen bin ich auf niemanden angewiesen. Ja, auf Menschen die meine Stücke kaufen. Aber selbst wenn sich kein Käufer findet – nähen kann ich trotzdem. Beim Texten ist das etwas anders. Aufträge geben vor welcher Text es werden soll. Ich könnte mir sehr gut vorstellen für kleine Unternehmen zB Website-Texte zu verfassen. Und auch anderes Werbematerial zu entwerfen. Ich denke, dass vor allem ältere Unternehmer mit dieser Thematik nicht viel anfangen können. Sie leben von ihren Stammkunden, die seit Jahren verlässlich kommen – auch ohne Website. Darauf sollte man sich jedoch nicht dauerhaft verlassen. Sehr gerne würde ich für solche Unternehmen eine Website auf die Beine stellen, aber auch ganz klassisch für das Bezirksblatt Werbeschaltungen verfassen. Ich habe dabei immer das kleine Korb- und Flechtwarengeschäft bei mir an der Ecke im Kopf. Das Alter des Verkäufers lässt vermuten, dass es keine Nachfolger gibt und das Geschäft so lange geführt wird, bis es gesundheitlich mal nicht mehr geht. Ich hoffe es bereichert diese Gegend noch viele Jahre. Da fällt mir ein, dass ich schon viel zu lange nichts mehr gekauft habe. Es wird wieder Zeit für einen Besuch. 🙂 Falls ich jetzt euer Interesse geweckt habe kann ich euch leider weder eine Website noch einen Onlineshop zum Stöbern anbieten. 😀 Ihr müsstet ganz altmodisch während den Öffnungszeiten vorbeikommen und persönlich durchs Geschäft gehen. Die schönen Waren, die Atmosphäre und der knarrende Holzboden sind die Reise in den 15. Bezirk aber auf jeden Fall wert. 🙂

Ich möchte das Nähen nicht aufgeben. Jedoch könnte es sein, dass das Ganze nicht so groß wird wie anfangs angenommen. So wie es momentan aussieht wird das Texten ein Teil meines Lebens werden. Es bleibt abzuwarten, wie es sich in den nächsten Monaten entwickelt – und ob das trotzige Kind wieder Einwände hat…

Strand und Meer – was will man mehr?

„Zu kurz“ – Wie aus der Pistole geschossen kommt diese Antwort auf die Frage nach meinem letzten Urlaub. Drei Tage – wie im Vorjahr sehr spontan gebucht und wie im Vorjahr Mallorca. Nur heuer zwei Tage weniger. Dennoch: meine Antwort sollte lauten „Schön!“ – denn so war der Urlaub. Nicht die Dauer macht es aus, sondern alles andere. Ich liebe das Meer, den Strand und die Palmen. Das Gefühl, wenn der Wind sanft über die leicht gebräunte Haut streift während man im Sand sitzt, aufs Meer blickt und sich dem Rauschen der Wellen hingibt. Ich liebe es! Ich genieße die Zweisamkeit fernab vom Alltagstrott. Die gemeinsamen Erinnerungen, die während eines Urlaubs entstehen und auf die man Wochen und Jahre später noch zurückblickt. Ja, ein oder zwei Tage mehr wären schön gewesen. Aber das sollte nicht der erste Gedanke sein. Ich möchte vor allem dankbar sein, dass wir es überhaupt geschafft haben wegzufliegen.

Urlaub ist für mich leistbarer Luxus, für den ich gerne Geld ausgebe. Einmal im Jahr muss ich raus, sonst wird das Fernweh zu groß. Nach dem Urlaub denke ich täglich an das Erlebte zurück und versuche die Erinnerungen so lange wie möglich zu erhalten. Meine Wohnung zieren einige Urlaubserinnerungen in Form von Fotos und Leinwänden – auch der heurige Urlaub wird mit einem Foto, das auf Leinwand gedruckt wird, verewigt, sodass ich mich jeden Tag beim Blick auf die Leinwand an die schöne Zeit zurückerinnern und dafür dankbar sein kann.

1,5 Wochen Urlaub habe ich hinter mir – eine Woche noch vor mir. Die nächsten Tage sind bereits verplant und auch die letzten Tage waren vollgepackt. Aber ich hatte endlich mal wieder Zeit und Lust mich an die Nähmaschine zu setzen. Einige Stunden habe ich hinter der Nähmaschine verbracht und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Auch dafür will ich dankbar sein. Dafür, dass mich meine Mama bei diesem Hobby unterstützt und dafür, dass ich mir die Zeit zum Nähen nehmen kann. Die restliche Zeit habe ich zum Kochen, Schlafen, Entspannen und für Sport genutzt.

Ich bin ein Morgenmensch – auch wenn man es mir nicht immer ansieht. Vormittags bin ich oft voller Tatendrang – ausgeschlafen und fit möchte ich manchmal Bäume ausreißen. Im Arbeitsalltag nicht immer möglich – im Urlaub will ich diese Zeit aber unbedingt nutzen. Deshalb schlafe ich auch nicht bis Mittags oder verbringe den Tag auf der Couch. Ich will von meinem Urlaub was haben, die Zeit nutzen und die Dinge machen, die sonst Vormittags nicht möglich sind. Vor allem der Sport wird auf den Vormittag verlegt – gut gelaunt und voller Energie schwitze ich mir den Stress von der Seele. Und auch dafür bin ich sehr dankbar. Nicht nur, dass ich mir diese Freiheit nehmen kann sondern auch, dass ich körperlich gesund bin. Viel zu oft merkt man erst was man hatte, wenn man etwas nicht mehr hat oder kann.

Vor meinem Urlaub war ich auf einem zweitägigen Seminar. Es ging ums kreative Schreiben – ideal für mich. Bei der Abschlussrunde meinte die Vortragende zu mir „Du hast ein besonderes Talent. Nutz das!“. Ich freue mich jetzt noch über diese Worte – sie motivieren. Gerne hätte ich gewusst, was sie zu der Aussage bewegte. Ich möchte aber gar nicht weiter drüber nachdenken und auch dafür einfach dankbar sein. Überhaupt würde ich gerne etwas weniger grübeln. Es kann sehr belastend sein, wenn man sich über jede Kleinigkeit Gedanken macht. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mir unnötig über viel zu viel Gedanken mache. Auch wenn es im Urlaub etwas besser wurde. Ich stehe abends beim Zähneputzen im Badezimmer und fühle mich entspannt und leicht. Mit einem tiefen Seufzer bestätige ich meinem Spiegelbild, dass ich zufrieden bin. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich dafür sehr dankbar bin. Ich hoffe, ich kann diese Zufriedenheit für eine längere Zeit erhalten.

Ich bin traurig, dass mein Urlaub in einer Woche wieder endet. Das ist auch OK. Aber wenn mich in 10 Tagen jemand fragt, wie mein Urlaub war, dann soll meine Antwort nicht „zu kurz“ lauten. In einer Woche möchte ich dankbar sein für die schönen Tage daheim, die drei wunderschönen Tage am Strand und die Zeit mit meiner Familie und mit Freunden. Was ich jetzt schon sagen kann: ich freue mich über die Motivation, die wieder in mir aufkommt.

Dieser Sommer steht für mich unter dem Motto: etwas mehr Dankbarkeit – etwas weniger raunzen! Wer ist dabei? 🙂


Mit ihrem ersten Roman „Frühlingsglück und Mandelküsse“ hat Jungautorin Emilia Schilling den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. In unserem Interview hat sie mir verraten, wie lange der Weg von der Idee bis zur Veröffentlichung war, was sie motiviert und welchem Gewerbe sie als Autorin unterliegt.

 

Liebe Emilia,

du hast vor wenigen Wochen dein erstes Buch „Frühlingsglück und Mandelküsse“ veröffentlicht – ein charmant-witziger Roman, der in Wien spielt. Erstmal Gratulation dazu!

Danke sehr 🙂

Wann ist dir die Idee gekommen, dich selbständig zu machen? Und was war dafür ausschlaggebend?
Ich habe schon immer Leute bewundert, die den Mut und die Ausdauer hatten, sich selbständig zu machen – egal mit welcher Idee und in welcher Branche. Das Schreiben war jahrelang mein Hobby, aber mit 23 Jahren habe ich den Beschluss gefasst, dass ich daraus mehr machen möchte. Ich habe mitverfolgt, wie es andere Jungautorinnen geschafft haben, ihre Romane bei Verlagen unterzubringen, und da dachte ich: das will und kann ich auch. Bis es aber so weit war, musste ich viel über das Schreiben, den Markt und die Veröffentlichungsmöglichkeiten lernen. In der Zwischenzeit kam mein Sohn auf die Welt und ich konnte die Karenzzeit nutzen, um mein Vorhaben voranzubringen.
Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zu den ersten sichtbaren Erfolgen?
Nach meinem Beschluss, eine Verlagsveröffentlichung anzustreben, habe ich viele Texte geschrieben, testlesen lassen und auch wieder verworfen. Aber der Lernprozess hat sich ausgezahlt, denn vier Jahre später konnte ich mit dem Manuskript „Frühlingsglück und Mandelküsse“ meine Wunschagentur überzeugen, die mich kurze Zeit später auf der Frankfurter Buchmesse dem Goldmann Verlag vorgestellt hat. Bis zur Veröffentlichung dauerte es dann noch eineinhalb Jahre.
Ich kann mir vorstellen, dass es ein unbeschreibliches Gefühl ist, sein eigenes Buch in den Regalen der Buchhandlungen das erste Mal zu entdecken. Ist das der Moment in dem man merkt, dass sich die Mühe gelohnt hat?
Die Mühe lohnt sich für mich schon deshalb, weil mir das Schreiben noch den gleichen Spaß macht wie zu Hobbyzeiten. Es gibt aber immer wieder Momente, die mir zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Angefangen mit dem Finden einer Agentur, dem anschließenden Verlagsvertrag, die Veröffentlichung, die ersten Rezensionen und auch der Blick in die Zukunft, wo schon neue Projekte auf mich warten. Das alles motiviert sehr!
Hast du zwischendurch an deinem Vorhaben gezweifelt?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe aber mit meinem Agenten, den Testleserinnen und dem Goldmann-Team starke Partner an meiner Seite, die mich sehr unterstützen und mir ihr Vertrauen schenken.
Wie vereinbarst du die Selbständigkeit mit deiner Familie – du hast ja einen kleinen Sohn – und mit deinem Beruf, dem du zusätzlich noch nachgehst?
Das ist wirklich nicht immer leicht. „Frühlingsglück und Mandelküsse“ schrieb ich während meiner Karenzzeit, aber als ich dann zurück in meinen Angestellten-Job ging, musste ich lernen, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich habe meine Prioritäten neu geordnet. An erster Stelle steht natürlich mein Sohn und auch die Zeit, in der ich arbeiten bin, ist fix vergeben. Danach hat aber das Schreiben den höchsten Stellenwert, sodass ich oft abends und an den Wochenenden arbeite. Dafür verzichte ich gerne auf andere Tätigkeiten, und sei es nur fernsehen, fortgehen oder leider auch manchmal Bücher lesen und Sport machen.
Musstest du als Autorin ein Gewerbe anmelden? Und gab es dafür bestimmte Voraussetzungen?
In Österreich zähle ich zu den „Neuen Selbständigen“, sprich, ich brauche keine Gewerbeberechtigung. Aber selbstverständlich waren einige andere Behördenwege notwendig. Beim österreichischen Finanzamt musste ich eine Steuernummer beantragen und beim deutschen eine Steuerbefreiung, um nicht in beiden Ländern Steuern zahlen zu müssen (der Verlag sitzt ja in Deutschland). Und auch bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft musste ich mich melden.
Gibt es etwas, das du rückblickend heute anders machen würdest?
Eigentlich nicht. Ich denke mir manchmal, ich hätte schon früher das Schreiben professioneller angehen können, aber wer weiß, wo ich dann gelandet wäre. So wie es jetzt ist, war ich zur richtigen Zeit mit dem richtigen Manuskript bei den richtigen Leuten. In der Autorenwelt spielt Glück auch eine große Rolle.
Hast du einen Ratschlag für all jene, die momentan am Beginn ihrer Selbständigkeit stehen?
Am wichtigsten ist es, die Freude an der Tätigkeit nicht zu verlieren. Es kommen immer wieder schwere Zeiten, wo es an Motivation mangelt. Diese lassen sich viel leichter bewältigen, wenn man seine Arbeit liebt und diszipliniert bleibt.
Ich fand außerdem die Unterstützung meines Mannes als essenziell. Er war der einzige, der von Anfang an Bescheid wusste und mich stets motivierte und mir Mut zusprach. Ich stelle es mir schwer vor, so viel Zeit und Kraft in ein Vorhaben zu stecken, wenn mein Partner nicht hinter mir steht.
Man sollte sich in klares Bild davon machen, welche Aufgaben mit der Selbständigkeit verbunden sind. Dazu gehören auch die eher lästigen Aufgaben wie laufende Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Zusammenfassende Meldungen, Steuerausgleich, diverser Mailverkehr, etc., die schon ein paar Stunden im Monat verschlingen.
Realistisch gesteckte Ziele (Wie viel Zeit investiere ich täglich? Was will ich in einem Monat schaffen? In einem Jahr?) lassen einen den Überblick behalten und geben einen ordentlichen Motivationsschub, wenn man sie erreicht.
Danke für das Interview!
Frühlingsglück und Mandelküsse – der erste Roman der jungen Autorin Emilia Schilling
Die junge Wienerin Charlotte Paul, genannt Charlie, hat einen Traumjob als Patissière im Hotel Elisabethhof und mit ihrem Freund Eddie einen Traumgatten in spe. Die Zukunft scheint süß wie Zuckerguss. Doch dann erhält Charlie einen neuen Chef, und gleich beim ersten Zusammentreffen gerät sie mit Daniel Eppensteiner aneinander. Auch privat kriselt es, nachdem sich der fesche Eddie immer mehr als Albtraummann entpuppt. Als Charlie dann noch gegen den Willen ihres Chefs eine Petit-Fours-Messe in ihrem Hotel ausrichten will, ist das Chaos perfekt. Das Leben hält aber nicht nur böse Überraschungen für Charlie bereit. Manchmal kommt auch das Glück ganz unverhofft …
Emilia Schilling ist Ende zwanzig und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in einem kleinen Ort in Niederösterreich. »Frühlingsglück und Mandelküsse« ist ihr erster Roman. Weitere Titel der Autorin sind bei Goldmann in Vorbereitung.
Weitere Informationen zu Emilia Schilling findet ihr auch auf ihrer Website: www.emiliaschilling.at

Ich denke, spätestens wenn eine werdende Mutti den Mutter-Kind-Pass in Händen hält wird ihr bewusst, welch aufregende Monate auf sie zukommen. So schön die Monate für die Mütter in spe auch sind, so anstrengend sind sie für den Mutter-Kind-Pass. Die restliche Zeit der Schwangerschaft verbringt er in den Tiefen der weiblichen Handtasche und darf auch nicht in Ruhestand gehen, wenn der Nachwuchs dann da ist. Denn auch die weiteren Untersuchungen werden im Mutter-Kind-Pass eingetragen. Und zwischen Geldbörse, Handy und Autoschlüssel hat er’s nicht immer leicht in der Handtasche. Hinzu kommt die furchtbare gelbe Farbe, die er seit gefühlten 100 Jahren hat. Man muss die Farbe ja nicht wie bei der Vignette jährlich wechseln, aber eine Anpassung könnte man schon mal vornehmen. Bis das aber soweit ist, zeige ich euch, wie ihr selbst eine individuelle Hülle für euren Pass schneidern könnt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe mich für eine bunte Variante mit aufgenähter Applikation entschieden. Man kann diese Hüllen auch zusätzlich mit einer Lage Volumenvlies füttern, dann wird das ganze etwas „wuchtiger“. Über diese Hüllen passt übrigens noch der durchsichtige Kunststoffumschlag, den manche dazu bekommen. So bleibt die neue, selbst genähte Hülle auch lange schön und sauber. Falls ihr keine Kunststoffhülle habt, die Stoffhülle einfach zwischendurch mal waschen. Und ansonsten einen eher dunkleren Stoff wählen, dann sieht man es nicht, wenn der Stoff mit der Zeit Abnutzungserscheinungen hat. 🙂

Also, hier meine Anleitung – der Zeitaufwand ist nicht groß! Nur Mut, die Arbeitsschritte sind sehr einfach gestaltet und mit etwas Geduld kommt am Ende was sehr schönes dabei raus!

Was wird benötigt?

Stoff – hier ist alles erlaubt! Sowohl von der Stoffart wie auch von der Farbe. Nehmt was euch gefällt und kombiniert wie es euch gefällt. Eine Applikation zum Aufnähen (wer mag). Das wars auch schon mit den Besorgungen, alles andere hat man – wenn man öfter mal näht – sowieso daheim (Nähseide, Stecknadeln, Maßband/Lineal, Stift). Für alle Näharbeiten unerlässlich ist ein Bügeleisen. Glatt gebügelter Stoff lässt sich viel einfacher und sauberer verarbeiten.

Die wichtigsten Utensilien

1) Für die Hülle werden mindestens zwei Stoffteile benötigt – drei, wenn man (so wie ich) an der Außenseite zwei Stoffe kombiniert. Die Stoffteile sind natürlich größer als der Pass, da Stoff für Nahtzugabe und zum seitlichen Einklappen mitberechnet werden muss. Ich habe folgende Maße zugeschnitten: Stoff für die Innenseite 18,5 x 20 cm; Stoff 1 für die Außenseite 10 x 30 cm; Stoff 2 (der selbe Stoff wie für die Innenseite) für die Außenseite 8,5 x 30 cm

Außenstoff (2 Teile) und Innenstoff

2) Die beiden Stoffe für die Außenseite werden an der langen Kante „rechts auf rechts“ (rechts = schöne Seite des Stoffes) gelegt, mit den Stecknadeln fixiert und danach mit einem geraden Stich mithilfe der Nähmaschine zusammengenäht.

Die Stoffteile rechts auf rechts legen
Mit geraden Stichen zusammennähen

3) Danach wird die Nahtzugabe (= der kurze Teil des Stoffes hinter der Naht) bei Bedarf noch gekürzt und der Rand des Stoffes gesäumt. Das passiert zB anhand eines Zick-Zack-Stiches am Stoffrand, sodass die Ränder nicht fransen können. Das Säumen erscheint an dieser Stelle manchen vielleicht unnötig, da die Naht später nicht sichtbar ist. Ich persönliche säume aber mittlerweile fast jede Naht, da ich das früher überhaupt nicht gemacht habe und jetzt – bevor ich darauf vergesse – einfach jede Naht säume.

4) Anschließend die Nahtzugabe auf eine Seite umbügeln, damit eine gerade Oberfläche entsteht.

Ansicht vorne – nachdem die Kante umgebügelt wurde

5) Die beiden kürzeren Seiten je 2x einschlagen (pro Seite 2 Mal ca. einen halben bis einen Zentimeter einschlagen) und mit Stecknadeln fixieren. Noch besser ist es, wenn man die beiden Seiten bügelt, dann fällt das Nähen etwas leichter und man benötigt weniger Stecknadeln. Danach mit einem geraden Stich festnähen.

Kante umbügeln
Umgebügelte Kante feststecken und mit einem geraden Stich festnähen

6) Den Stoff in der Mitte falten und die Applikation an der gewünschten Stelle erst fixieren und dann annähen.

Stoff halbieren um die Position für die Applikation zu finden – Applikation feststecken und annähen
Aufgenähte Applikation

7) Danach müssen die Ränder für die „Laschen“ eingeklappt werden. Dafür den Stoff rechts auf rechts einklappen. Am besten nimmt man sich den Mutter-Kind-Pass zur Hilfe, damit man sieht, wie weit der Stoff eingeklappt werden kann. Der Stoff muss am Ende mindestens genau so breit wie der Pass sein. Wer den Stoff weiter einklappen möchte, damit man später zB auch Zettel in die Laschen stecken kann, der muss den Stoff zu Beginn etwas breiter zuschneiden. Den Stoff mit Stecknadeln fixieren.

Den Mutter-Kind-Pass anlegen um zu sehen, ob genug Platz bleibt
Die Laschen einklappen und feststecken

8) Den Stoff für die Innenseite an allen Seiten säumen und mit der schönen Seite nach unten auf den Außenstoff legen und fixieren. Für all jene, die die Hülle etwas „polstern“ möchten – einfach auf die Rückseite des Innenstoffes eine Lage Volumenvlies annähen und anschließend die Seiten säumen.

Stoff säumen
Innenstoff rechts auf rechts auf den Außenstoff legen
Die beiden Stofflagen feststecken

An den beiden äußeren Seiten hat man somit drei Lagen Stoff übereinander: Den Stoff der Außenseite, den eingeklappten Stoff der Außenseite und den Stoff der Innenseite.

3 Lagen

9) Jetzt werden Innen- und Außenseite zusammengenäht. Aufpassen, dass ihr an den richtigen Seiten näht. Genäht wird nämlich nicht dort, wo der Stoff eingeklappt wurde – diese Laschen werden ja benötigt, um später den Mutter-Kind-Pass hineinzuschieben. Genäht wird oben und unten. Nach dem Nähen kann man seitlich in die Hülle hineinsehen.

Außen- und Innenstoff zusammengenäht (hier links und rechts ersichtlich)
An den Seiten mit den eingeklappten Laschen dürfen Außen- und Innenstoff nicht zusammengenäht werden

10) Danach die Hülle durch die Öffnung auf einer der beiden Seiten hindurch wenden. Und anschließend noch die Laschen nach hinten klappen.

So sieht es nach dem Wenden aus
Laschen nach hinten klappen

11) Zum Abschluss nur noch den Pass hineinschieben und fertig.

Den Umschlag des Passes in die Laschen schieben
Und schon ist das neue Outfit für den Mutter-Kind-Pass fertig 🙂

Viel Spaß beim Nähen!

 


Ich hab mir eigentlich nie viele Gedanken darüber gemacht, ob meine Qualifikation für eine Selbstständigkeit reicht. Da meine Tätigkeit das freie Gewerbe betrifft, ist keine bestimmte Ausbildung erforderlich. Und die anderen Voraussetzungen (Darf ich das überhaupt?) sind mehr oder weniger automatisch erfüllt. Aber in den letzten Tagen habe ich mir einige Male die Frage gestellt „Bin ich qualifiziert genug für die Selbstständigkeit?“. Diese Frage bezieht sich vor allem auf die notwendigen Fähigkeiten. Habe ich diese?

Wie komme ich überhaupt auf diese Frage? Ich bin mal wieder unzufrieden mit meinem Stillstand. Es tut sich nicht viel. Dass ich mit diesem Stillstand unglücklich bin merke ich daran, dass ich mir Gedanken mache, ob ich mich weiterbilden soll. Eins führte zum anderen und plötzlich stellte ich mir viele Fragen. Bin ich qualifiziert genug, obwohl ich nicht alle Nähstiche kenne und beherrsche? Muss ich jede Stoffart und ihre Eigenschaften kennen um kompetent zu sein? Oder reicht es, wenn ich bei Bedarf nachlese was Leinen von Baumwolle unterscheidet und woraus Vlies hergestellt wird? Muss ich selbst ein Kind großgezogen haben um die Ansprüche unserer kleinen Mitmenschen zu kennen?

Bisher bezog sich meine Weiterbildung eher auf Learning by Doing – also, ausprobieren und wenns nix wird auf eine andere Art und Weise nochmal machen – sowie die Bitte um Rückmeldung, wenn eines meiner Produkte qualitativ nicht in Ordnung ist, damit ich es beim nächsten Mal anders/besser machen kann. Nachdem ich keinen Wert darauf lege Massenware zu produzieren, sondern gerne auf Wünsche eingehe und dadurch Einzelstücke herstelle, darf jedes Produkt anders sein. Das geht bei nicht-automatisierter Herstellung auch gar nicht anders. Manche Dinge (zB das Patterl) habe ich einfach so genäht, für anderes habe ich mir Anleitungen gesucht bzw in Form von Büchern geschenkt bekommen. Und da habe ich das erste Mal gemerkt, dass es viel mehr Nähstiche und -arten gibt als mir bewusst war.

Im Jänner habe ich mein erstes Kleidungsstück genäht – ein Leiberl. Für mich selbst. Es ist noch ungetragen, aber ich bin damit zufrieden. Ich benötigte jedoch eine Anleitung für die Anleitung. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich immer ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ich das Nähbuch, das mir meine Mama geschenkt hatte, in der Hand hielt und mich daran erinnerte, dass ich es bisher kaum beachtet habe. Jetzt war ich froh, dass ich etwas zum Nachschlagen hatte. Fadenlauf, Steppen, Heften – teilweise ahnte ich, was dahinter steckt, war aber froh, dass ich in Mama’s Buch nachlesen konnte. Die größte Herausforderung war für mich aber das Abmalen des Schnittmusters bzw das Finden des richtigen Schnittmusters. Alle Schnitte des Buches waren kreuz und quer auf einem riesigen Blatt Papier, das doppelseitig bedruckt war, abgebildet. Noch dazu in verschiedenen Konfektionsgrößen. Es bestand also eine 50:50 Chance, dass ich zumindest die richtige Seite erwische. Erst als ich genügend Backpapier zusammengeklebt, den Schnitt abgemalt, ausgeschnitten und beschriftet hatte und bereit war das erste Stoffteil zuzuschneiden habe ich mich über die Form des Schnittmusters gewundert. Das soll mein Leiberl werden? Was soll ich euch sagen, bei genauerem Hinsehen hab ich die Beschriftung im unteren Eck der Schnittvorlage entdeckt. Mein Schnitt war auf der Rückseite – Seite B, abgepaust habe ich einen Schnitt von Seite A. Chancenauswertung mangelhaft! Immerhin war es ein Schnitt für ein anderes Leiberl und nicht etwa eine Hose oder einen Rock.

Um ehrlich zu sein ist der Wunsch, nebenbei auch etwas im Bereich „Texten“ zu machen, in letzter Zeit immer größer geworden. Meiner Suche nach einem Crash-Nähkurs zum Vertiefen meiner Kenntnisse folgte eine Suche nach einem Texterseminar/einer Texterausbildung. Ich würde gerne einige Grundlagen lernen – ein Fernstudium bzw eine andere Ausbildung, bei der keine/nicht oft Anwesenheit erforderlich ist wäre ideal, denn ich möchte nicht wieder monatelang regelmäßig meine Abende in Lehrsälen verbringen. Vielleicht gibt’s auch einzelne Module die man absolvieren kann. Abgesehen von der Zeit spielen nämlich auch die Kosten eine große Rolle. Bildung ist ganz schön kostenintensiv.

Es war auch das Texten, das mich eigentlich zu der Frage bezüglich ausreichender Qualifikation geführt hat. Auf diesem Gebiet bin ich mir noch unsicherer als beim Nähen. Umso schöner wär es gewesen, wenn ich von der Kochschule damals eine Rückmeldung erhalten hätte. Aber vielleicht sollte ich es weiterhin mit Probetexten versuchen und Meinungen einholen. Wo wir wieder bei Learning by Doing wären. Offenbar ist das das Richtige für mich. 🙂

Und wie hat mein Professor damals gemeint: Wissen ist, zu wissen wo Wissen zu finden ist. Auch wenn ich ihn nicht mochte, damit hatte er recht. Wenn es wo ein Wissensdefizit gibt, dann kann man nachschlagen. In Zeiten wie diesen ist die Recherche im Internet der erste Schritt und oft wird man da auch schon fündig. Ich möchte sowieso wieder etwas mehr lesen. Mein neues Buch habe ich letztes Wochenende an zwei Abenden fertig gelesen. Vielleicht nehme ich nächstes Wochenende die Unterlagen meiner Ausbildung wieder zur Hand und beginne damit, mein Wissensdefizit auszugleichen und etwas Selbstvertrauen zu erlangen. Und wenn ich vom Lesen genug habe werfe ich die Nähmaschine an und arbeite an meiner Nähtechnik. Apropos Nähtechnik, demnächst werde ich wieder eines meiner Projekte online stellen – selbstgemachte Hüllen für den Mutter-Kind-Pass. Der gelbe Standard-Umschlag mit der Kunststoffhülle mag zwar praktisch sein, ist optisch aber kein Highlight. Ihr dürft gespannt sein. 🙂


Ich freue mich, dass der letzte Beitrag so oft gelesen wurde. 🙂

Aus diesem Grund möchte ich euch diese Woche auch gar nicht mit vielen Worten langweilen, sondern gleich mein nächstes Projekt vorstellen. 🙂

Ich weiß gar nicht warum, aber als ich meine Nähmaschine bekommen habe, war es das Erste, das ich genäht habe. Ohne lange nachzudenken habe ich mir einen Stoffrest geschnappt, drauf losgenäht und rausgekommen ist ein Lätzchen (oder Patterl, wies bei mir immer heißt). Für den Gebrauch allerdings nicht geeignet, da zu klein. Am Ende wär das Patterl sauber gewesen, das Kind vollgekleckert. Ich habe den Schnitt optimiert, mir einen Stoffvorrat zugelegt und erneut gestartet.

Bei meiner Nähmaschine konnte es aber natürlich nicht bei einem einfachen Patterl bleiben. Ich fühlte mich fast verpflichtet etwas mehr daraus zu machen. Und so kam es, dass meine Patterl nach dem Nähen noch bestickt wurden. Je nachdem wonach mir gerade ist oder was gewünscht wird, zieren meine Patterl Bilder und/oder Schriftzüge. Von A wie Anton bis Z wie Zuckerpuppe ist alles möglich. Dank der optimierten Größe haben die Namen jetzt auch Platz. 🙂

Irgendwie habe ich eine besondere „Bindung“ zu meinen Patterl. Wahrscheinlich weil damit alles begonnen hat. Ich freue mich jedesmal, wenn eines gebraucht wird und ich die Möglichkeit habe wieder eines zu nähen. Obwohl, ich nähe sie auch wenn sie nicht gebraucht werden. 😀 Im Bekanntenkreis weiß man mittlerweile, dass auf ein kleines Kind zeitnah ein Patterl von mir folgt. Und jedes Patterl ist anders – individuell.

Meine Patterl werden aus Frottierstoff genäht – bestens geeignet um angesabbert und vollgekleckert zu werden. 😉

Das war er: Versuch Nummer Eins
So siehts nach dem Nähen aus – noch etwas fad
Hier wird gestickt..
So sieht das Patterl nach dem Sticken aus. Das weiße Stickvlies verschwindet danach wie von Zauberhand in der Waschmaschine
Auch die Kleinsten waren für das sportliche Highlight 2016 bestens ausgestattet 🙂
Patterl Lausbua
Mai 2018: erstes Patterl mit Klettverschluss
Patterl besticken
Mai 2018: auch bestickt wird noch fleissig – ideales Geschenk!

 


Eigentlich hab ich drüber nachgedacht, wie ich mich als Texter weiterentwickeln kann. Ich habe den Wunsch, nicht nur über etwas zu schreiben, das ich gerne machen würde, sondern ich möchte etwas mehr – Ergebnisse präsentieren. Da kam mir heute diese Idee. Und ich finde sie gut. 🙂

Künftig möchte ich mit euch einige meiner Projekte teilen. Von meinen Projekten habe ich ja schon öfter geschrieben, was genau dahinter steckt habe ich aber noch nie so richtig gesagt. Also, die Idee ist nicht mehr die selbe wie vor zwei Jahren – der Blog und ich haben uns weiterentwickelt. Die Grundidee, mich selbstständig zu machen und mich (und euch) mit diesem Blog zu motivieren, ist immer noch gleich. Jedoch hat sich der Gegenstand der Selbstständigkeit etwas geändert. Ja, ich möchte immer noch – wie vor zwei Jahren – selbsterstellte Produkte online vertreiben. Jedoch sind die Produkte jetzt andere. Damals hatte ich an Dinge wie Schmuck und Schlüsselbretter gedacht. Ich habe damals viele dieser Sachen gebastelt und auch verschenkt. Mit der Zeit hat sich das aber verändert. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat meine Nähmaschine geleistet. Diese habe ich jetzt knapp über ein Jahr und sie kann mehr als normale Nähmaschinen. Sie hat einen USB-Anschluss. Das fasziniert mich seit ich sie besitze. 😀 Bisher hab ich den USB-Anschluss einmal benötigt, um der Software (ja, ihr lest richtig) meiner Nähmaschine ein Update zu bescheren. Für all jene, die sich bisher denken „OK, eine etwas bessere Nähmaschine halt“: meine Nähmaschine hat auch einen Touchscreen. Absolut zeitgemäß also. 🙂

Mit meiner Nähmaschine und etwas Geduld kann man sehr schöne Dinge erschaffen. Sie kann aber noch mehr. Ich habe nämlich keine normale Nähmaschine sondern eine Näh- und Stickmaschine. Gemeinsam mit meiner Nähmaschine kann ich also zB Namen und Bilder auf Stoff sticken. Ich bin selbst nach einem Jahr immer noch sehr begeistert was die Maschine alles kann.

Und in diese Richtung hat sich auch mein Idee weiterentwickelt. Weg von Perlen und Draht – hin zu Stoff und Nähseide. Da es mit der Selbstständigkeit aber noch etwas dauern wird, möchte ich den Blog dazu nutzen und euch auf diesem Weg teilhaben lassen. Zusätzlich bietet es eine nette Abwechslung zu meinen üblichen Gedankengängen, die ich euch mitteile. 🙂

Ich werde mit euch also künftig auch Fotos meiner Projekte teilen, die ein oder andere Anleitung online stellen, euch vielleicht zum Nachmachen animieren und vielleicht auch etwas Lust auf meine Produkte machen. 🙂

Um diese Beiträge aus dem Blog zu filtern einfach rechts bei „Beitragskategorie“ den Punkt „Projekte“ auswählen. Smartphone-User finden die Beitragskategorie unterhalb des Beitrages.

Ich hoffe euch bereitet es genau so viel Freude wie mir! Wenn ihr neugierig seid – es gibt auch schon einen Beitrag in der Kategorie „Projekte“. Viel Spaß beim Stöbern 🙂

Hier der Link zum ersten Projekt:

Turnbeutel – ein Klassiker

 


Heute zeige ich euch eine meiner ersten „größeren“ Näharbeiten: den Turnbeutel. Bei den hippen Menschen in der Großstadt erlebt er gerade ein Comeback als Rucksack. Meine Variationen sind aber eher an Kinder gerichtet. Für Turnsachen, für Übernachtungsutensilien wenns über Nacht zur Oma geht oder aber auch als Transporthilfe für Spielsachen (wär ich selbst nicht drauf gekommen – war aber die erste Situation, in der ich „meinen“ Beutel live in Action gesehen habe). Ich habe mir dafür eine Anleitung aus dem World Wide Web gesucht und gleich der erste Versuch ist gut gelungen. Seit dem habe ich bereits einige Turnbeutel genäht. Ändern musste ich nicht viel, ich habe lediglich die Schnüre aus normaler Kunststofffaser gegen Kordeln aus Poly-Hanfseilen eingetauscht, die besonders strapazierfähig sind. Das Nähen ist etwas aufwändig und erfordert Konzentration. Wenn das gute Stück dann aber fertig ist, ist die Freude groß. Am Schnellsten geht es, wenn man vorab die Einzelteile zuschneidet. Eine Arbeit, die ich nicht sehr gerne mache. Daher habe ich anfangs die Teile erst dann zugeschnitten, wenn ich sie benötigt habe. Das hält aber auf. Mittlerweile habe ich meine Arbeitsweise optimiert. 🙂

Man könnte die Turnbeutel auch einfärbig machen, mir gefallen sie aber mit verschiedenen Stoffen besser. Und ich denke, auch Kinder finden sie bunt schöner.

Turnbeutel mit beigem Grundstoff und Sternchen-Stoff
Turnbeutel mit blauem Grundstoff und Tropfen

 

Turnbeutel mit Innentasche
Turnbeutel mit beigem Grundstoff und Pinguinen (Kordel aus Naturfaser)

Ich hab es im letzten Beitrag schon erwähnt, aber ich muss das Thema nochmal aufgreifen, weil ich es einfach faszinierend finde. Kaum ist der Frühling da, erwacht in mir etwas, das sich von Oktober bis Februar irgendwo verkriecht. Es kommt erst wieder zum Vorschein, wenn die Tage länger werden. Ganz besonders dann, wenn ich morgens am Weg in die Arbeit der Sonne beim Aufgehen zusehen kann. Und es macht sich in Form von guter Laune bemerkbar. Aktuell bin ich morgens sehr gut aufgelegt. Das heißt nicht, dass es den ganzen Tag anhält, aber der Start in den Tag fällt momentan etwas leichter. Auch heute – Samstag – als ich am Vormittag von Wien nach Hause ins Waldviertel gefahren bin, war ich nicht ganz so genervt wie sonst, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin. Aber vielleicht sind Samstag Vormittag auch einfach nur weniger Idioten unterwegs. 🙂

Was hat das Ganze mit meiner heutigen Beitrag-Bezeichnung zu tun? Durchatmen statt durchstarten ist momentan so etwas wie mein Motto. Es geht vor allem darum, dass ich mich selbst nicht so hetze. Ich weiß nicht woran es liegt, aber seit einigen Wochen stresse ich mich selbst sehr oft. Auch wenn es gar nicht notwendig wär und von aussen gar kein Stress kommt. Es sind berufliche und private Situationen, in denen ich merke, wie ich mir selbst Druck mache. Als ich dann merkte, dass es mich körperlich zu beeinträchtigen beginnt, habe ich mehr selbst versprochen, dass ich mich nicht mehr so stressen möchte. Es klappt solala. Von heute auf morgen geht halt nix. Da ist etwas Geduld gefragt. Nicht so mein Ding 😀 Aber ich bin wie immer optimistisch.

Wie im letzten Beitrag bereits angesprochen, bin ich momentan wieder etwas mehr motiviert. Diese Motivation konnte auch von einem kleinen „Rückschlag“ nicht gebremst werden. Ich wollte diese Woche eine meiner Ideen umsetzen, jedoch hab ich es nicht vollendet, da ich merkte, dass es nicht so gut werden wird wie erhofft. Aber das ist OK. Ich weiß beim nächsten Mal, was ich anders machen muss, damit es besser wird. Ich versuche es in ein paar Tagen einfach nochmal. Und wenn nicht jetzt, wann dann hätte ich die Möglichkeit an meinen Produkten herumzutüfteln? Der einzige Mensch, der mir momentan das Tempo und Deadlines vorgibt, bin ich selbst. Und warum stressen? Wenns in zwei Jahren erst was wird mit der Selbstständigkeit, dann wär das auch OK. Vor allem, da sich meine Motivation zur Zeit nicht nur auf mein Projekt beschränkt.

Aktuell interessiert mich das Schreiben wieder sehr. Seit meinem Probetext für den Job, von dem ich leider nie eine Rückmeldung erhalten habe, wünsche ich mir öfter, dass ich doch noch ein ähnliches Jobangebot finde. Manchmal beneide ich Menschen, die mit dem zufrieden sind, was sie bereits haben. Wobei diese bei näherer Betrachtung eigentlich ziellos sind. Wo soll es hingehen? Womit motiviert man sich, wenn man kein Ziel hat? Vielleicht kann ich es aber auch nur nicht nachvollziehen, weil ich selbst nie so war.

Es ist circa sechs Jahre her, da hatte ich den großen Drang, mich zu verändern. Nur wollte ich es damals nicht nebenbei sondern überhaupt. Erstaunlicherweise wusste ich damals genau was ich wollte – ich wollte im Eventmanagement tätig sein. Ich war bereits für eine Ausbildung angemeldet, aus verschiedenen Gründen habe ich mich aber kurz vor Beginn wieder abgemeldet. Der Hauptgrund, warum ich mich davon abbringen ließ, ist der selbe, der mich heute dazu bewegt, die Selbstständigkeit zu verwirklichen. Ich wollte mein eigener Chef sein. Mir war aber klar, wenn ich in diesem Bereich Erfolg haben möchte, muss ich erstmal Erfahrung sammeln. Und das geht halt zu Beginn am Ehesten als Mitarbeiter in einem Unternehmen. Davor hatte ich..wie nenn ich es..Angst triffts nicht ganz. Aber die Vorstellung war nicht meine Idealvorstellung. Als Mitarbeiter kannst du dich nie so entfalten, wie wenn du dein eigener Chef bist.

Heute habe ich den Drang Richtung Eventmanagement nicht mehr bzw. nicht mehr so stark. Obwohl ich das Thema immer noch sehr spannend finde. Heute sind es aber eben andere Dinge. Vor allem solche, die ich von daheim aus machen kann bzw. von einem Ort aus, den ich selbst wähle. Ich bin zwar sowohl beim Schreiben als auch bei meinem Projekt auf maschinelle Unterstützung angewiesen, diese kann man aber problemlos von einem Ort zum anderen transportieren. Sollte ich also überraschenderweise im Lotto gewinnen und auf eine einsame Insel auswandern, dann könnte ich die zwei Dinge immer noch ausüben. Bleibt der Lottogewinn aus, habe ich zumindest noch die Freiheit bei meiner Tätigkeit in den eigenen vier Wänden eine gemütliche Joggingshose zu tragen. 😉